SEO

SEO: SO ETWAS OPTIMALES

S E O – Über diese drei Buchstaben sind Sie mit Sicherheit gestolpert, wenn Sie sich oder Ihr Unternehmen im Internet präsentieren. SEO ist die Abkürzung für Search Engine Optimization oder hierzulande bekannt unter Suchmaschinen-Optimierung.
Was aber bedeutet das eigentlich?
In einem Satz zusammengefasst:
Es geht um gezielte Aktionen, die Ihre Webseite in den Suchmaschinen-Hitlisten möglichst weit oben platzieren. Kurz gesagt, es geht um Marketing. Das oberste Ziel von SEO ist es, dass Sie möglichst viele Leser erreichen.

Auf der Suche nach Wissen begeben wir uns als moderne Menschen in die weltweit größte Bibliothek, die uns zur Verfügung steht: das INTERNET. Seine unendlichen Archive betreten wir mit Hilfe geschickter Türhüter, sogenannten Suchmaschinen. Sie allein stillen unseren Durst nach Wissen mit nur einem Klick und bieten uns in kürzester Zeit eine übergroße Anzahl von Vorschlägen, die auf unzähligen Seiten gelistet werden.
Suchergebnisse. Treffer. Sites. Pages. Resultate.
Sie fragen sich, was hat das alles mit SEO zu tun?
Nehmen wir ein Beispiel.
Ein junger Schauspieler sucht einen erfahrenen Coach zur Vorbereitung auf eine Rolle an einem Münchner Theater. Der junge Mann hat gerade sein erstes Engagement und bedarf der Erfahrungen eines alten Hasen, um Ruhe und Sicherheit in sein Spiel zu bringen. Da er neu in der Stadt ist, betritt er die weite Welt des Internets und tippt bei Google in das kleine Suchfeld sein Anliegen ein:
Schauspiel Coach München
Google liefert 1 530 000 Treffer in nur 0,19 Sekunden. Bereits auf der ersten Seite wird der junge Schauspieler fündig. Die Webseite sieht professionell aus und er trifft seine Wahl. Später werden ihm die Preise und der Coach unsympathisch sein. Pech! Das hat auch die erfahrene Münchnerin Ute Bronder, die bekannt dafür ist, ein gutes Händchen für junge Schauspieler zu haben. Auf sie wäre unser Jungtalent gestoßen, hätte er laaaange in den Suchergebnissen geblättert.
Aber mal ehrlich!
Wer von uns klickt auf dreistellige oder gar sechsstellige Seiten?
Keiner.
Wir treffen unsere Auswahl auf den ersten drei oder vielleicht ersten zehn Seiten.
Wer ganz oben ist, muss doch auch gut sein, oder?
Genau darum geht es bei SEO.
Oben zu sein.
Vorn zu sein.
An erster Stelle zu stehen.
Denn die Anordnung der Treffer für eine Suchanfrage ist kein Zufall sondern eine gezielte Auswahl der Suchmaschinen.

Zu den beliebtesten Suchagenten im Internet gehören Google, Yahoo, BING oder MSN Live Search. Sie tauchten Mitte der 90iger auf. Eine der ersten war unter anderem LYCOS. Erinnern Sie sich noch an das tierische Logo? Der schwarze Labrador war und ist jedem ein Begriff. Heute ist es der bunte Schriftzug von GOOGLE. Diese und andere Suchmaschinen sind eigentlich nichts weiter als Programme, die Webseiten aufgrund bestimmter Eigenschaften auflisten. Eigenschaften wie CONTENT, PAGE-RANKS oder META-TAGS. Begriffe, die in Ihren Ohren ein Klingeln auslösen aber kein Verständnis?
Fachbegriffe, die nur Internetfreaks verstehen können und wollen?
Nein.
Mit Sicherheit nicht.
Jemand muss sich nur die Mühe machen und sie ohne labyrinthische Abschweifungen ins Fachchinesisch erklären.

CONTENT ist schlicht und ergreifend die englische Bezeichnung für das Wichtigste Ihrer Webseite: der Inhalt. 2011 präsentierte die Computerzeitung WEBSTANDARDS auf dem Titelblatt folgenden Ausruf: CONTENT IS KING. Dieses Motto gilt eben auch für das Internet. Inhaltlich besteht Ihre Webseite aus Seiten, gefüllt mit Texten, Bildern, Videos, Musiken, Artikeln oder Blogbeiträgen. Sie sollten sich vergewissern, dass die Texte der Wahrheit entsprechen, keine Urheberrechte verletzt werden oder Sie gegen gesellschaftliche Regeln und Normen verstoßen. Als Besitzer und Urheber Ihrer Webseite sind allein Sie für den Inhalt verantwortlich.
Dazu gehört auch ein MENÜ. Es stellt Ihren Seitenaufbau dar und sollte klar und einfach strukturiert sein. Wenn Sie Ihre einzelnen Seiten miteinander verknüpfen, sollten Sie darauf achten, dass die Links stimmen und der Besucher auf der Seite landet, die von Ihnen angedacht war. Sollte dies nicht der Fall sein, ist das für Suchagenten ein gefundenes Fressen und Grund genug Ihre Seite zu liquidieren, sprich, sie aus Ihrem persönlichem Archiv auszusperren.

© www.lineerror.de

Neben Bildern, Grafiken und anderen Unterhaltungsmedien sind vor allem Texte für die Suchagenten der Online-Bibliothek interessant. Je umfangreicher, je themenspezifisch sie sind, desto größer die Kombinationsmöglichkeiten für Suchmaschinen. In der SEO spricht man oft von der KEYWORD-DICHTE. Um die Häufigkeit der Listung Ihrer Seite zu steigern, können Sie z.B. die Anzahl der in dem Text Ihrer Webseite enthaltenen Schlüsselwörter erhöhen. Aber Vorsicht! Mittlerweile sind die Suchagenten auf Manipulationen in Texten programmiert. Achten Sie lieber darauf, dass Ihre Beiträge informativ und originell bleiben und dem Leser die Informationen bieten, die er verdient zu finden.
Zu guter Letzt ist eine Seite immer attraktiv für Besucher wie auch für Suchagenten, wenn sie jederzeit aktuell ist. Das von Gestern will heute keiner mehr lesen. Achten Sie also immer darauf, dass Ihre Inhalte brisant und zeitgemäß sind. Erfahrungsgemäß werden vor allem Seiten, die lange Bestand haben und gut gepflegt werden, besser von den Suchagenten bewertet also neue Seiten.

Kommen wir zu einem ganz anderen Thema.
PAGE-RANK ist ein auf den ersten Blick geheimnisvoller Fachbegriff. Er stammt von seinem Erfinder Larry Page. Dieser hatte in den 90igern mit Sergey Brin GOOGLE entwickelt. Der Page-Rank stellt die Gewichtung einer Seite dar, d. h. er beschreibt ihre Wertigkeit aufgrund der Zahl und der Qualität der eingehenden Links. Allerdings spielen bei dieser Bewertung auch Inhalte, Menüstrukturen, Aktualität und Alter der Seite als auch Domainname und ausgehende Links eine Rolle. Natürlich gibt es noch jede Menge anderer Kriterien, die für das Page-Ranking wichtig sind, aber die wollen wir unter den Tisch fallen lassen, da ihre Aufzählung und Erklärung Seiten um Seiten füllen würde. Sollten Sie dennoch ein Interesse haben, weil Sie eine SEO für Ihre Seite planen, wenden Sie sich an die SLMS. Hier werden Sie über alle verständlichen und unverständlichen Möglichkeiten aufgeklärt.

Hier widmen wir uns an dieser Stelle zunächst einmal Ihrem DOMAINNAMEN, der für Sie eine enorme Bedeutung haben wird. Er setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: Dem von Ihnen gewählten Namen und einer allgemeinen oder länderspezifischen Endung wie „.de“, „.com“ oder „.net“. Letzteres wird von Ihrem Webhoster als Top Level Domain (TLD) bezeichnet. Ihrem Domainname plus Endung wird eine sogenannte IP-Adresse zugewiesen, die es eigentlich erst ermöglicht, dass Ihre Webseite von einem anderen Computer angewählt werden kann. IP steht für Internet Protocol. Sie können sich diese Zahlenreihe einfach wie Ihre persönliche Postadresse im World Wide Web vorstellen.
Bei der Namensfindung Ihrer Webseite sollten Sie neben den unternehmerischen Zielen auch darauf achten, dass der Name nicht mehr als 63 Zeichen hat. Zu lange Domains werden in der Regel von Suchmaschinen abgewertet. Also nicht zu kurz, nicht zu lang und nicht zu kompliziert. Ihre Webseite soll dem User schnell und leicht im Gedächtnis hängen bleiben.

Allein ein perfekt seo-optimierter Webseitenname als Dach Ihrer Seite katapultiert Sie aber noch lange nicht auf Platz 1. Dazu müssen Sie noch einige andere Elemente der Seitenarchitektur beachten. Zum Beispiel META-TAGS. Im Altgriechischen bedeutet die Silbe META „danach, hinter oder jenseits“. So offenbart sich ihr Geheimnis. Tatsächlich sind Meta Tags schlicht weg Informationen, die der Besucher Ihrer Webseite nicht sehen kann. Sie sind im Hintergrund versteckt, dem Quelltext. Dieser wiederum ist das in Worte und Befehle gemeißelte Gerüst Ihrer Webseite. Seine Sprache: HTML – Hypertext Markup Language. Als Baustein des HTML-Codes stellen Meta-Tags Informationen über Daten Ihrer Webseite dar. Dies können Schlüsselwörter (Keyword Meta-Tag), eine Beschreibung der Seite (Description Meta-Tag) oder Informationen zur Sprache und zum Autor sein. Und genau diese Informationen sollen an Suchmaschinen weitergegeben werden und ihnen zum Katalogisieren und Einordnen Ihrer Seite helfen. Man könnte sagen, dass Meta-Tags eine Art Geheim-Code bilden, den Suchmaschinen nutzen, um auf Ihre Seite hinzuweisen.

© www.Streetad.de

Grundlegend beeinflussen all diese aufgeführten Elemente den Erfolg einer Webseite. Neben Webstandards und der Benutzerfreundlichkeit (Usability) einer Seite sollten Sie aber auch nicht die Performance und das Design außer Acht lassen. Die Anpreisung Ihrer Inhalte und deren Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt. Diverse jährliche Preisverleihungen entzünden eine wahre Schöpfungswut im Internet. Jedes Jahr tauchen immer mehr technisch einfallsreiche Seiten auf, die mit frischen Designs und technischen Experimenten um einen Top-Platz in den Trefferlisten der Suchagenten kämpfen. Aber über Farben, Bilder, Galerien, Flash-Animationen, Videos, Schriftarten und modernen Grafiken vergessen Sie nicht den Nutzen, den Ihre Seite haben soll und Ihre Zielgruppe, die sie erreichen wollen. Eine hübsch anzusehende Seite ist gut, eine informativ und reichlich Gefüllte besser.

Eine von 2009 bis 2010 durchgeführte Studie in Amerika ergab ein neues Konzept für das Erstellen erfolgreicher Seiten: CONTENT STRATEGY. Um die Suchagenten anzulocken und erfolgreich für Ihre Seite zu interessieren, gilt es also strategisch mit Informationen bzw. Inhalten umzugehen, sie clever zu platzieren. Verführen Sie also Ihren Besucher mit allen Mitteln, so dass er länger auf Ihrer Webseite bleibt. Die NEW YORK TIMES macht das ganz simple. Wenn Sie dort einen Artikel lesen und sich dem Ende der Zeilen nähern, poppt rechts unten ein kleines Fenster mit verwandten Artikeln auf und verlockt den Leser weiter in den spannenden Stories der Times zu stöbern. Die 1851 gegründete amerikanische Tageszeitung des Big Apples weiß eben ganz genau: CONTENT IS KING!

SCIENCE-FICTION

EVERYTHING GOES IN DEINER FANTASIE

Wissenschaft und Technik machen uns keine Angst.
Nicht mehr.
Im 19. Jahrhundert sah das noch ganz anders aus. Damals gesellte sich die Wissenschaft zum Glauben. Unsere bis dahin mysteriöse Welt verwandelte sich auf einen Schlag in einen logischen und denkbaren Kosmos. Mit der Wissenschaft fest verbunden kam die Technik. Neue Entwicklungen und Entdeckungen fütternden unser Sein und bereicherten unseren Alltag. Aber Neues wird vom Mensch nie besonders gut angenommen. Das ist heute nicht anders als damals. Die Menschen erfuhren nicht nur das Wunder des Fortschrittes sondern auch eine neue Art der Angst. Und der beste Freund der Angst war und ist die Phantasie. Sie ermöglicht es, unsere Furcht vor den Auswirkungen von Wissenschaft und Technik in etwas Wundersames zu verwandeln:
SCIENCE-FICTION
Fantasie-Erzählungen

Ihren Ursprung finden jene Anekdoten in dem Zwiespalt zwischen Wissenschaft und dem ihr gegenüber stehenden religiösen Bewusstsein und Aberglauben. Für eine erste Begegnung mit neuen, modernen Entwicklungen benötigte der Mensch des 19. Jahrhunderts Offenheit und ein gesundes Maß an Mut. Nicht zu letzt weil die damit verbundenen Erfahrungen unsere Gedankenwelt zu Unglaublichem veranlasste. In Geschichten erfuhren sie neue Ausmaße. Fiktionale Ausmaße. Fantastische Ausmaße.
Ein Spezialist für solche war und ist der französische Schriftsteller Jules Verne. Seine Abenteuergeschichten bringen den Leser zum Fürchten und Staunen, denn sie schildern die Schönheit von Technik und Wissenschaft und ihre Schattenseiten. Zu entdecken galt es diese  vor allem damals in der noch unerklärten Welt, ihrer nie enden wollenden Möglichkeiten und dem Innersten des Menschen selbst. 1869 erschien der zweibändige Roman 20.000 MEILEN UNTER DEM MEER. Sein Held Nemo und dessen Unterseeboot Nautilus sind wunderbare Beweise für die funktionalen Visionen der Science-Fiction-Literatur. Obwohl es bei Erscheinen des Romans bereits erste U-Boote gab, waren ihre technischen Fähigkeiten denen der Nautilus weit unterlegen. Jules Vernes Fantasie eines Unterseebootes stellte die ersten Prototypen jener Zeit in den Schatten. Gerade deswegen wird der französische Schriftsteller gern als großer Visionär der Science-Fiction bezeichnet.
Literarisch kann das eine Frau toppen. 1818 erscheint Mary Shelleys Gruselroman FRANKENSTEIN ODER DER MODERNE PROMETHEUS. Er erschien bereits 50 Jahre vor Kapitän Nemo. Verdient trägt Mary Shelley daher den Titel der Begründerin der Science-Fiction-Literatur. In ihren Geschichten beschäftigte sie sich oftmals weniger mit den Maschinen als mit deren Auswirkung auf seinen Besitzer oder Erfinder. Je unmenschlicher der Wissenschaftler in FRANKENSTEIN handelt, umso menschlicher seine Schöpfung. Mary Shelley schaffte es, dass der Leser trotz Schrecken und Schaudern Mitleid für eine Kreatur aus Wissenschaft und Technik entwickelt. Damals galt das Erwecken menschlichen Lebens mittels elektrischer Stößen vielleicht noch als Hirngespinst, heute gehört diese Methode zu den lebensrettenden Maßnahmen.

© STUDIOCANA

Aber nicht nur die modernen Entwicklungen auf unserem Planeten Erde beflügeln unsere Fantasie. Lange Zeit hatte der Mars einen großen Einfluss auf die Science-Fiction-Literatur. Viele Geschichten spielen auf dem roten Planeten, denn der Mars scheint seit jeher ein Mysterium für uns zu sein. Vielleicht weil wir ihn nicht wie Sonne und Mond am Himmel sehen können, er aber dennoch nicht weit entfernt ist. Viel ist über ihn nicht bekannt. Seine blutrote Farbe wirkt verführerisch und aggressiv zugleich. So kommt es also nicht von ungefähr, dass der Mars ein idealer Schauplatz vieler Science-Fiction-Abenteuer ist. Im 18. und 19. Jahrhundert besiedelte der Mensch sogar jenen Planeten  – wenn auch nur in der Fantasie. Damals reisten wir mit Ballons und Luftschiffen – heute mit Weltraumstationen und Lichtgeschwindigkeit. Als 1889 der Roman KRIEG DER WELTEN von H. G. Wells veröffentlicht wird, scheint die Marsliteratur auf dem Siegeszug. Neu damals – die Feindseeligkeit und Gewalt in der Geschichte. Zum ersten Mal führen Menschen Krieg gegen Marsianer und der Planet wird zum Sinnbild unserer Angst vor intelligentem Leben im All.
Dem Einfluss des roten Planeten wurde Einhalt geboten, als der amerikanische Schriftsteller Philip K. Dick in der Science-Fiction auftauchte. Er lenkte das Genre in eine neue Richtung. Seine Geschichten haben nicht nur das Fantastische sondern auch etwas schockierend Glaubhaftes. Der Erfolg dröhnte bis nach Hollywood. Viele seiner Fantasiemärchen wurden erfolgreich verfilmt. Darunter BLADE RUNNER, SCREAMERS oder MINOTITY REPORT, die alle umgehend zum Kassenschlager wurden. Erfolgreicher war nur TOTAL RECALL. Dicks Kurzgeschichte ERINNERUNGEN EN GROS war die Vorlage für den Science-Fiction-Streifen mit Arnold Schwarzenegger in einer Doppelrolle. Der Film gilt als Neubeginn seines Genres, weil die Darstellung des Planeten Mars weniger fantastisch als realistisch war und die gezeigte Invasion des roten Planeten durch den Mensch und die damit einhergehenden kriegerischen Auseinandersetzungen überzeugend.

© STUDIOCANAL

Durch die Welt des TOTAL RECALL irrt der von Arnold Schwarzenegger gespielte Held auf der Suche nach seiner Identität. Am Morgen noch der einfache Bauarbeiter Douglas Quaid ist er am Abend ein charismatischer Agent namens Hauser. Auslöser für diese beiden Persönlichkeiten ist die Gehirn-Technik der sogenannten REKALL Inc. Das Unternehmen verspricht das Einpflanzen gewünschter Erinnerungen, die in uns echte Emotionen auslösen. Doch die Manipulation unseres Geistes ist gefährlich und in TOTAL RECALL bedeutet sie den Verlust der Identität. Persönliche Einzigartigkeit wird zur Illusion. Das Spiel mit unseren Sehnsüchten und Träumen und deren Manipulation mittels Maschinen wird zu einem Alptraum, der nie wirklich zu enden scheint.
Der Mars-Movie von 1990 wird als der beste Film Arnold Schwarzeneggers eingeordnet. Zahlreiche kreative und vor allem neuartige Effekte sorgten bei Erscheinung für Begeisterung. Heute wirkt der Film brutal, blutig und puppenhaft. Seine Bildästhetik ist veraltet und nicht mehr in der Lage, uns diese Fantasiewelt glaubhaft vorzugaukeln. Nicht so die Geschichte. Sie begeistert noch immer. Kein Wunder also das im August 2012 eine Remake des Klassikers in die Kinos kam. Allerdings ohne Arnie. Sein Nachfolger ist Colin Farell. Würdig tritt er die Reise des Bauarbeiters Douglas Quaid in die verführerische Welt der Erinnerungsfantasien an. Ihr Anfang und das Ende werden wohl das Gleiche sein, nur die Welt, ihre Örtlichkeit, hat sich geändert. In einer von Menschen selbst gestalteten neuen Gesellschaft, der EUROMERICA und NEW SHANGHAI, taumelt der Held genauso ziellos wie sein Vorgänger umher, auf der Suche nach sich selbst.

In der SCIENCE-FICTION also scheint der Mars Vergangenheit. Jetzt spielt die Fantasie erneut auf der Erde. Vielleicht weil auch sie trotz technischer Errungenschaften und Aufklärungen noch immer ein Mysterium ist. Stetig wandeln sich unsere Erkenntnisse über ihre Beschaffenheit, Physik und innere Natur. Das Einzige, was stetig gleich bleiben wird, ist unsere Fantasie.

 

 

TOTAL RECALL – Totale Erinnerung
(ULTIMATE REKALL EDITION / REMASTERED)
erscheint neu am 09.08.2012
als DVD & BluRay bei STUDIOCANAL


TOTAL RECALL
(Regie: Len Wiseman)

Kinostart: 23. August 2012
SONY PICTURES

CHAOS COMPUTER CLUB

RECHT HAT WER RECHT KENNT

Interessieren Sie sich für Kleinanzeigen? CHAOS COMPUTER CLUB
Wenn Sie jetzt antworten, die seien Ihnen nicht spannend genug, muss ich Sie leider eines Besseren belehren. Wenn Sie sich für Kleinanzeigen interessieren würden, dann wären Ihre Augen am 01. September 1981 in der Berliner Tageszeitung TAZ auf die Anzeige mit folgender Überschrift gestoßen: „Tuwat,txt“
Zu Hochdeutsch: Tu was!
Sie hätten sich gefragt: Was soll das?

Es handelte sich nicht um einen Geheimcode, sondern um eine Einladung der TAZ und fünf Computerfreaks. In jenen Tagen machten Horrorgeschichten über das Verderben durch Computer die Runde. Die links-alternative Zeitung und ihrer Computerfreunde sagten ihnen den Kampf an. Eine Einladung zur Aufklärung über die Wahrheit der Computer also, der Sie vielleicht gefolgt und in den Redaktionsräumen der TAZ gelandet wären. Mit 20 anderen Neugierigen hätten Sie dort die Geburtsstunde des CHAOS COMPUTER CLUBS miterlebt.

Ihre Grundsätze: Informationsfreiheit, Dezentralisierung, Schutz privater Daten
Ihr Ruf: berüchtigt
Ihre Welt: der Computer und das Internet
Und genau dort sind sie zu finden. Auf unzähligen Webseiten.
Informationen, Meinungen. Kommentare. Aufrufe. Aktionen.
Um über sie zu schreiben, muss man nicht mal einen Hacker treffen. Vor 30 Jahren wäre das ein heikles Unterfangen gewesen. Hacker waren soziale Außenseiter, arbeiteten anonym und wurden nicht all zu selten als kriminell verschrien. Die Mitglieder des CHAOS COMPUTER CLUB, kurz CCC, gelten in Deutschland heutzutage als die strahlenden Ritter unserer Informationsgesellschaft. Im Gegensatz zu ihren internationalen Kollegen sind sie zwar anerkannt, aber immer noch ernstzunehmende Computerhacker. Nur eben ein bisschen seriöser. Mittlerweile schreiben Mitglieder des CCC Expertisen für das Bundesverfassungsgericht, beraten bei der Erstellung der Datenschutzgesetze, nehmen an wichtigen Gesprächen in Berlin teil oder schreiben Leitartikel für die FAZ. Sie mischen sich überall da ein, wo unsere Ermittlungsbehörden handlungsschwach sind oder an ihre Grenzen stoßen, weil technische Entwicklungen immer schneller und umfangreicher werden. Kein Problem für den CCC. Der Verein geht mit der Zeit. Seine Devise heißt nicht glotzen, sondern handeln. Als man sich zum Beispiel noch per Telefon und Akustikkoppler in die Datenwelt einwählte, entwickelten die Hacker des CCC einen selbst gebauten Akustikkoppler, das DATENKLO. Seinen Namen verdankt er dem Spülbecken-Verbinder einer Toilette. Die Bauanleitung zu dieser Technikinnovation ist in der HACKERBIBEL nachzulesen. So heißen die zwei Ausgaben der hauseigenen Publikation des CCC. Beide stammen aus den 80igern. Ganz schön lange her. Wir fragen uns, ob da wohl noch ein paar Kapitel dazu kommen?

Kreative Eigenbauten wie das Datenklo dienen natürlich nur dem Schutz unserer Informationswelt. Da folgt der CCC einer ernstzunehmenden Daten-Ethik. Ist sie in Gefahr, weil es staatlichen Kontrollinstanzen an Einfluss und Ressourcen fehlt, tritt der CCC in Aktion. Manchmal müssen sich die virtuellen Kämpfer trotz ihrer Hilfestellung in Sachen Sicherheitslücken auch verbitterter Kritik stellen. In Form eines Innenministers zum Beispiel. Thomas de Maizière kommentierte das Aufdecken diverser Sicherheitsmängel bei dem elektronischen Personalausweis durch den CCC mit einer überaus schlauen Schlussfolgerung: „Irgendwelche Hacker mögen immer irgendwas hacken können.“
Das ist richtig.
Gott sei Dank.
Denn so können die Schwächen unserer Datenwelt aufgedeckt und behoben werden.

Aktuell äußerte sich der CHAOS COMPUTER CLUB zu einem offenen Brief von 51 Tatort-Autoren. Damit Sie selbst den – wie wir finden – amüsanten Austausch lesen können, haben wir beide Schreiben als PDF am Ende des Artikels bereitgestellt. In einem offenen Brief an die Grünen, Die Linke, die Piratenpartei und Fachausschüsse des Bundestags machten sich die Krimischreiber ordentlich Luft. Eher eine Klageschrift als eine antreibende Kritik. Ihnen geht es um die beispiellose Ungerechtigkeit in der Netzwelt.
So bezeichnet man also heute das Internet?
Netzwelt.
Und der CCC?
Wir sind uns sicher, dass er zuerst mit professioneller Sachlichkeit antworten wollte. Doch die augenscheinliche Internetblindheit der Autoren verleitete sie, eine ordentliche Portion Wahrheit, etwas Sarkasmus, viel Humor und Genervtheit beizumischen. Nicht ganz zufällig antworteten 51 CCCler. Sie machten darauf aufmerksam, dass auch sie durchaus Urheber seien, denn als Programmierer, Hacker, Gestalter, Musiker und Autoren erschaffen sie ebenfalls Content, der im Netz seinen Usern unentgeltlich zur Verfügung steht.

Und wir?
Das Internet oder – um es mit den Worten der Tatort-Autoren zu sagen – die Netzwelt, ist eine freie Welt und das soll sie bleiben. Denn sind wir mal ehrlich: Wo können wir weltweit mit unseren Anliegen so viele Menschen mit nur einem Klick erreichen? Wo können wir mit Worten, Musik, Bildern Millionen Menschen gleichzeitig berühren, inspirieren, wach rütteln und bereichern? Im Internet können sich Ideen, Gedanken und Träume frei entfalten, einfach nur existieren, ohne subjektive Kritik, ohne allgemein gültige Zensur. Hier zählt jede Meinung, so klein sie sei. Internet ist Kultur und Kommunikation und Kunst. Natürlich sollen auch hier persönliche Rechte respektiert werden. Aber das Internet auch. Wer es nutzt, sollte seine Vorzüge erkennen und begreifen. Sie sind nicht von der Hand zu weisen und wir würden uns wünschen, dass endlich ALLE erkennen, wie profitabel sie sind.

OFFENER BRIEF DER TATORT-AUTOREN
Quelle: www.drehbuchautoren.de

ANTWORT CHAOS COMPUTER CLUB
Quelle: www.ccc.de

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