Prostitution

Freudenmädchen
Huren.
Nutten.
Frauen und Männer, die auf den Strich gehen und käufliche Liebe anbieten.
Sex.
Bereits in der Antike gab es Prostituierte, damals auch schon Frauen UND Männer. Sie waren beinah alltäglich, aber nur dem Manne erlaubt – egal welches Geschlecht er bevorzugte. Die Antike unterschied damals bereits zwischen zwei Arten: der Porna, die Hure, und der Hetäre, die Gesellin. Der Unterschied lag schlicht in der Bildung. So waren die Hätären oft in Kunst, Kultur, Literatur und Philosophie unterrichtet und daher gesellschaftlich anerkannt. Sie leisteten mehr als nur Sex und erhielten für ihre Dienste teilweise horrende Summen.
Das war im Altertum, vor circa 3000 Jahren, ganz anders. Hier war Sex ein Geschenk an die Göttlichkeit. Die Dienste der sogenannten Tempelprostituierten wurden als Opfergaben dargebracht.

sexy silhouette

Mit dem Mittelalter zogen Richtlinien und Gesetze, aber auch Moral und Verwerfung der Prostitution ein. Allen voran die Kirche, die der käuflichen Liebe zumindest theoretisch kämpferisch gegenüber stand. Hier tauchte bereits der Gedanke über eine mögliche Ventilfunktion für die Sexualität auf. Es war üblich, dass viele Bordelle in Gemeindehand waren. Sie wurden an Hurenwirte verpachtet, die sich an festgesetzte Hygienevorschriften und Regeln halten mussten.

Gerade die Renaissance, jene Epoche, die den Menschen als Einzelperson und schöpferisches Individuum verehrte, verschaffte den Kurtisanen eine steile Karriere. Diese freien Damen verkehrten hauptsächlich am Hof, in guter Gesellschaft und genossen nicht zu wenig Macht.

Ab dem 17. Jahrhundert zogen abermals düstere Wolken am Himmel der Huren auf. 1658 veranlasste Ludwig XIV. ein Gesetz, das Prostituierte oder Frauen, die sich prostituierten, wegen Unzucht oder Ehebruch verurteilte. Rehabilitieren konnte sie nur die Absolution der Kirche. So entwickelten sich damals die ersten, versteckten Örtlichkeiten wie die „Seufzerallee“ („Allée des Soupirs“) in Paris. Hier war die käufliche Liebe, entsprechend präsentiert auf der Straße oder in Hausereingängen, überall erhältlich.

Mit der industriellen Revolution und dem explodierenden Bevölkerungswachstum zog die Armut durch die Lande. Besonders Frauen waren davon betroffen. Wenig bis keine Bildung erlaubte es ihnen, nur in Anstellungen zu arbeiten, die schlecht bezahlt wurden. So war es kaum unüblich, dass viele Frauen sich mit Sex Geld dazuverdienten oder ihre Familien allein durch ihre Tätigkeiten als Prostituierte ernährten. Der Wunsch nach einer gesetzlichen Regulierung wurde größer und durchgesetzt. Aber die Genehmigung und öffentliche Duldung des Gewerbes schien viele Frauen regelrecht an das Milieu zu fesseln.

Prostitution unterlag und unterliegt einem starken Wandel. Seit dem 19. und 20. Jahrhundert spalten sich die Meinungen über das älteste Gewerbe der Welt stärker den je. Negative Erscheinungen wie Zwangsprostitution, Einsatz zu Spionagezwecken, aber auch gesellschaftliche Entwicklungen wie der Feminismus, das Entkriminalisierungsprinzip und der Bockscheins (amtsärztliche Gesundheitszeugnis, das Personen mit häufig wechselndem Geschlechtsverkehr) führen immer wieder zu heftigen Debatten.
Was soll man nur tun?
Und kann man überhaupt verstehen, warum man Sex für Geld in Anspruch nimmt?
Ist das normal?
Sind die Männer normal?
Sind die Deutschen normal?
Ein ZEIT ONLINE-Artikel vom 7. November 2013 fast es mit einer kritischen Überschrift zusammen:
„Rasen, Rauchen, T-Shirts aus Bangladesch – bei uns ist fast alles verpönt. Nur der Kauf von Frauen nicht“ In dem Artikel geht es auch mal wieder um die Deutschen und ihre Manie, immer in allem Stellung zu beziehen und zwar die einzig bestmöglich moralischste.“

stangentanz

Nun ja.
Sehr deutsch und irgendwie eine männliche Sicht auf das Thema?
Prostitution macht uns doch alle an.
Frau und Mann.
Alle wollen Stellung beziehen.
Die Latte halten.
Zum Schuss kommen.
Oh pardon.
Zu anrüchig?
Warum polarisiert dieses Thema auf so extreme Weise?
Muss man dafür oder dagegen sein?
Gibt es hier keine Grauzonen?
Darf eine Frau oder ein Mann nicht selbst entscheiden, was sie oder er mit ihrem oder seinem Körper anfängt?
Ja – widerwärtig ist es, Frau und Mann der Freiheit zu berauben und sie zu sexuellen Handlungen zu zwingen.
Zu demütigen.
Sie einer der wichtigsten Werte und Rechte zu berauben: Ein Mensch mit Würde und Rechten zu sein. Freiheit und einen freien Willen zu besitzen.
Wie schaut es mit den Straßenschwalben, Freudenmädchen und Callgirls aus, die sich selbst, dank ihres freien Willens, entscheiden, Geld für Sex zu nehmen?
Das gibt es nicht?
Warum nicht?
Es existiert doch auch die Ansicht, dass Sex einfach Sex ist und nicht immer mit Liebe einhergehen muss.
Für viele ist es bloß ein körperliches Bedürfnis.
Lust.
Die Sehnsucht nach Ekstase.
Orgasmusliebe.
So etwas versucht der oben genannte ZEIT ONLINE-Artikel abzusprechen.
Da wird behauptet, dem Mann (oder auch Frau – bitte nicht vergessen) würde nur was vorgegaukelt, vorgelogen.
„Er bezahlt für etwas, das genuin auf Gegenseitigkeit angelegt ist, und macht es damit zu etwas Einseitigem, um sich dann zugleich von der Frau vorspielen zu lassen, dass es nicht einseitig sei, während er doch weiß, dass sie weiß, dass das Unfug ist.“
Hä?
Freier und Hure wissen wohl beide sehr genau, um was es geht.
Geld gegen Sex.
Beide haben etwas, das der andere will.
Fairer Tausch, oder?
Manchmal direkter und ehrlicher als jedes andere Geschäft und Beziehung in unserer heutigen Gesellschaft – solange wie man sich gegenseitig respektiert, natürlich.
Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema.

Blogger-Netz

Blogs im Internet gibt es zuhauf. Ihre Themen sind so unendlich wie die Möglichkeiten des Internets selbst. Immer mehr User im World Wide Web denken darüber nach, Besitzer eines Blogs zu werden, doch das Bild und das Image dieses digitalen Schreibmediums ist verschwommen.
Viele fragen sich: Macht ein Blog auf meiner Webseite überhaupt Sinn?
Vielleicht überzeugen Sie die Zahlen, die für einen Blog sprechen:
Unternehmen können durch einen täglich geführten Blog mit einer Chance von 82 Prozent Neukunden gewinnen. Bereits bei einem monatlichen Beitrag liegen diese immer noch bei 57 Prozent. Die Besucherzahlen steigen um etwa 55 Prozent und die Anzahl indizierter Seiten durch Suchmaschinen lassen sich um 400 Prozent steigern.
Blogs gehören zum effektiven Content-Marketing.

Blog by SLMS

Auch wenn die Idee auf den einen oder anderen eingestaubt und altmodisch wirkt – heute haben Blogs nicht mehr viel mit den ersten Exemplaren der 90er Jahre zu tun. Sie sind nicht mehr nur ein digitales Tagebuch voller Ideen und Geschichten.
Mittlerweile bieten Sie einen Meinungsaustausch, der im Alltag so nicht möglich wäre.
Blogs strotzen vor Ideen, neuen Möglichkeiten und Gedanken, die uns beflügeln können.
Sie beeindrucken und verschrecken gleichermaßen, sind aber nicht totzukriegen.

Inzwischen stoßen immer mehr Webseiten hervor, die Blogger untereinander vernetzen wollen und diese Verbindungen visuell darstellen. Allerdings beschränkt sich diese Darstellung auf Verbindungen in Social Networks wie Facebook.
Ein Anbieter ist blognetz.
Beeindrucken sind die farbigen Punkte und Querverbindungen, die sich zu einem regenbogenartigen Kokon zusammenfügen. Übersichtlich sieht das allerdings nicht aus, nur beeindruckend und scheinbar aufwendig. Nur wer sich technisch auskennt, kann den Rahmen einschätzen. Ob eine solche Vernetzung sinnvoll ist, steht zur Frage. Wer unbedingt mitmachen möchte, sollte sich darüber im Klaren sein, dass er der Nutzung seiner Facebook Profil-Daten zustimmen muss.

Blogs werden in der Regel nicht nur von Unternehmen oder Privatpersonen, sondern auch sehr gern von Journalisten und Künstlern aus allen kulturellen Bereichen genutzt. Wichtige Informationen erreichen die Zielgruppen schnell und unkompliziert.

Wer sich einen Überblick über das Angebot an Blogs verschaffen möchte, um anschließend seinen eigenen Blog zu starten, dem empfiehlt sich ein Blick auf die Blog-Chartlisten. Ja, auch das gibt es.

Die deutschen blogcharts

Bist du ein SchlossHeld

Seit September 2013 bietet das Online-Portal SchlossHeld im Internet eine geprüfte Plattform für Schlüsseldienst-Betriebe und ihre Kunden an.
Mittels Postleitzahl können in Notgeratene einen lokalen Schlüsseldienst
in ihrer Nähe finden.

fb-schlossheld

Aus dem Urlaub zurück, die Taschen vollgepackt mit Andenken, aber keinen Haustürschlüssel zu Hand? Den Müll kurz raus gebracht, Tür zugefallen? In der Nacht von einer Party heimgekehrt und der Schlüssel steckt von innen? Vor der eigenen Wohnung zu stehen und nicht hinein zu können, löst in Menschen Panik aus. Übereilt greifen sie zum Telefon und wählen den erstbesten Schlüsseldienst. Von Vertragsdetails und Preisvergleich wollen sie nichts wissen. Diese Hilflosigkeit nutzen viele Betriebe aus.
SchlossHeld bietet eine deutschlandweite Auswahl an lokalen Schlüsseldiensten mit dem Service einer 24-Stunden-Türnotöffnung. Davon ausgeschlossen sind schwarze Schafe oder Abzocker-Firmen. Ausschließlich Betriebe mit fairen Preisen und handwerklichem Know-how können sich präsentieren. So bietet die Plattform das richtige Maß an Sicherheit für beide Parteien.

In der Not die Qual der Wahl

Ausgesperrt vor der eigenen Haustür möchte man nur eins: Tür auf und rein. Doch Experten raten: Bewahren Sie Ruhe. Klingeln Sie doch beim Nachbarn oder rufen einen Freund zur Hilfe. Gemeinsam suchen Sie sich den richtigen Schlüsseldienst, vergleichen Preise und Service.

Das ist gar nicht so einfach, denn in deutschen Branchenbüchern stehen mehr als 200.000 Anbieter zur Auswahl. Nur 3500 Betriebe sind tatsächliche Schlüsseldienste. Diese Berufsbezeichnung ist gesetzlich nicht geschützt und es besteht kein eigenständiges Berufsbild. Kein Wunder also, dass der Wettbewerb mit Nottüröffnungen in Deutschlands Städten boomt.
SchlossHeld bietet eine seriöse, aber vor allem geprüfte Online-Plattform für Schlüsseldienst-Betriebe, um sich dem Endkunden im Internet zu präsentieren. Das Portal verbindet verschiedenste Werbeformen, die sich einzelne Unternehmen wirtschaftlich nicht leisten können. So garantiert SchlossHeld ein effektiveres und zeitnahes Auffinden des entsprechend lokalen Schlüsseldienstes durch den Endkunden. Es wird ein direkter Kontakt zwischen dem Betrieb und Kunden hergestellt.
SchlossHeld möchte mit allen Nutzern der Plattform – ob lokaler Schlüsseldienst oder Kunde – eng zusammenarbeiten, damit die Plattform ein realistisches Bild aller Betriebe in Deutschland darstellen kann. Auf diese Weise werden Kunden vor Abzockern – ehrliche Betriebe vor der Konkurrenz mafiöser Dienste geschützt.

MEHR INFORMATIONEN UNTER www.schlossheld.de

Internetwachstum

Das Internet hat seit seiner Geburtsstunde eine atemberaubende Entwicklung hinter sich. Seit 1984 wächst und wächst es. Damals startete es mit circa 1000 Hosts. Mittlerweile nutzen weltweit 2,7 Milliarden Menschen das Internet. Das macht 39 Prozent der Weltbevölkerung aus. 1993 erweiterten sich die Weiten des E-Space noch auf circa 130 Webseiten, 2012 auf etwa 634 Millionen. Das Internet genießt größte Popularität, auch wenn seine Ideale in Gefahr geraten.

SPANNENDE INFOGRAFIK

     The-Explosion-if-Mobile-Devices-and-Net-Use

Quelle: Who Is Hosting This

WAHLBETEILIGUNG

Die 18. Bundestagwahl steht an. 30 Parteien stellen sich, 2705 Politiker kandidieren. Doch Deutschland steckt in einer Wahlkrise. Immer weniger Menschen haben ein Interesse daran, ihre Stimme abzugeben.

© Deutscher Bundestag / Lichtblick/Achim Melde

In unserem Land leben aktuell über 80,5 Millionen Menschen (Stand: 31.12.2012 / Statistisches Bundesamt). Im Wahljahr 2009 waren 76 Prozent aller Deutschen wahlberechtigt. 22 Prozent davon sind nicht an die Wahlurne getreten. Der häufigste Grund (33 Prozent) ist der Groll auf Politiker und ihre Parteien. Sie gaben an, dass jede Menge versprochen, aber nicht gehalten wird. Warum soll man also überhaupt eine Partei und ihr Versprechen in Form eines hübsch formulierten Wahlprogramms wählen?
Das Vertrauen in die Arbeit der Politiker hängt am seidenen Faden. Auf Wahllügen hat keiner mehr Lust, nur auf Veränderung. Sind Politiker wirklich so blind und erkennen einfach nicht, dass wir die eng gestrickten Maschen und das Netz blendender Versprechen durchschauen können?
Wir erwarten doch nicht besonders viel, nur ehrliche Konzepte, die umgesetzt werden. Wir erwarten, dass sie zu ihren Entscheidungen stehen. Schließlich machen wir auch nicht unser Kreuzchen auf dem Wahlschein und nehmen es nach drei vier Monaten Unzufriedenheit einfach wieder zurück.
KÖNNEN WIR JA GAR NICHT.
Unsere Wahl ist endgültig.
Für ganze vier Jahre.
Das sollten die Versprechen von Politikern auch sein.
Dieses Spiel macht keinen Spaß, wenn eine Seite ständig bescheißt. Irgendwann will jeder mal gewinnen. Auch ein Wähler.
Wer sich noch zur Wahlurne traut, sollte das Wahlprogramm der jeweiligen Partei gut kennen. Man kann sie ganz einfach auf der entsprechenden Webseite einsehen. Die CDU bietet sogar eine multimediale Lösung an, um ihre Partei und die Ideen kennenzulernen: die Merkel-App.
„So kommen Sie der Bundeskanzlerin in diesem Wahlkampf ganz nahe..“ heißt es in dem Vorstellungsvideo des CDU-TV.

Kann eine App Politik interessant machen? Ist das ernst gemeint?
Einen besseren Eindruck über die Kanzlerin bekommt man vielleicht, wenn man sich das TV-Duell am kommenden Samstag (01.09.2013) im Fernsehen anschaut. Obwohl zu bezweifeln ist, dass auch diese Rhetorik-Schlacht unsere Wahlbeteilung verbessert. Seit Jahren geht sie stark zurück. Am wenigsten wird in Sachsen-Anhalt gewählt, ein Bundesland, in welchem die NPD übrigens mit am erfolgreichsten kandidiert. Letztes Jahr schaffte sie es erneut in den Landtag.

Es ist also ratsam, genau hinzuschauen, wenn man nicht weiß, welche Partei man wählen soll und was sie bis 2017 verspricht. Bitte nicht einfach blind ankreuzen. Blind sind schon unsere Politiker. Entschuldigung Frau Merkel, aber ihre App hat bei mir nur einen Lacher ausgelöst und die Frage, ob die Webseite der CDU vielleicht gehackt wurde.
Überraschenderweise war das nicht der Fall.

LISTE DER PARTEIEN UND DER WEG ZUM WAHLPROGRAMM 2013:

CDU – Christlich Demokratische Union Deutschlands
CSU – Christlich-Soziale Union in Bayern
SPD – Sozialdemokratische Partei Deutschlands
FDP – Freie Demokratische Partei
DIE LINKE

GRÜNE – Bündnis 90/Die Grünen
PIRATEN – Piratenpartei Deutschland
NPD – Nationaldemokratische Partei Deutschlands
FREIE WÄHLER – Freie Wähler
AfD – Alternative für Deutschland
MLPD – Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands
pro Deutschland – Bürgerbewegung pro Deutschland
REP – Die Republikaner
ÖDP – Ökologisch-Demokratische Partei
BüSo – Bürgerrechtsbewegung Solidarität
DIE PARTEI – Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative
Tierschutzpartei – Partei Mensch Umwelt Tierschutz
PARTEI DER VERNUNFT – Partei der Vernunft
Bündnis 21/RRP
BIG – Bündnis für Innovation & Gerechtigkeit
RENTNER – Rentner Partei Deutschland
PSG – Partei für Soziale Gleichheit, Sektion der Vierten Internationale
PBC – Partei Bibeltreuer Christen
Volksabstimmung – Ab jetzt…Demokratie durch Volksabstimmung
BP – Bayernpartei
DIE VIOLETTEN – Die Violetten
FAMILIE – Familien-Partei Deutschlands
DIE FRAUEN – Feministische Partei Die Frauen
Die Rechte
Partei der Nichtwähler
DKP – Deutsche Kommunistische Partei
B – Bergpartei, die „ÜberPartei“
BGD – Bund für Gesamtdeutschland
Nein!-Idee

ME ist nicht WE – Heraklit

Vielleicht klingt es naiv und idealistisch, aber ist der Mensch nicht dazu bestimmt, nicht nur auf sich selbst zu blicken? Der griechische Philosoph HERAKLIT sagte einstmals: „…aus Allem Eins und aus Einem Alles“

Heraklit

Diese Worte stammen aus seiner Lehre von der Einheit aller Dinge.
Ihm ging es um die stetige Entwicklung des Menschen und der Welt, deren Wandel er unterworfen ist, ihn aber auch mit gestaltet.
Für HERAKLIT war der Mensch Teil eines Ganzen, für viele Philosophen seiner Zeit sogar das höchste Wesen im Universum, ein schöpferisches Leben.
Ob er tatsächlich das höchste Wesen in den uns bekannten und nicht bekannten Spähren ist, sei dahin gestellt, aber hier auf der Erde hat er Dinge geschaffen und entstehen lassen – und tut es noch immer – die gleichzeitig zum Staunen und Grauen einladen. Der Mensch ist ein zwiespältiges Wesen, das zu Demut und Größenwahn neigt.
Der Humanismus, der sich auf das Gedankengut antiker Philosophen lehnt, appelliert an unsere Werte und Würde. Unsere wertvollsten Waffen, Liebe, Güte, Freundlichkeit, Mitgefühl und die Akzeptanz menschlicher Schwächen, helfen uns, andere Menschen als das zu sehen, was sie sind: Gleichwertige Wesen.
Doch wir sind auch ein Gefäß, das sich gern mit bunten Gefühlen und Gedanken füllt, so auch mit Hass, Wut, Neid und Egoismus.
Letzterer pastt wie eine zweite Haut. Die Sucht nach dem eigenen Ich wächst hervorragend, wenn sie gefüttert wird.
In den letzten Jahrzehnten ist diese Liebe zu uns selbst größer als die zu Anderen.
Wir bekommen nicht genug von uns.
Unser Handeln wird von dem für uns entstehenden Vorteil bestimmt.
Rücksichtslosigkeit oder Selbstverwirklichung?

Quelle: Jane Goodall Institute Deutschland - heraklit
Quelle: Jane Goodall Institute Deutschland


Seit wann das Wesen Mensch auf der Erde weilt, darüber können Wissenschaftler noch immer nur spekulieren. Ähnlich verhält es sich mit dem Alter der Erde. Man schätzt es auf circa fünf Milliarden Jahre. Was den Menschen betrifft, gibt es unterschiedliche Theorien und Meinungen. Allgemein hin gilt, dass der, korrekterweise bezeichnete, Homo Sapiens seit 160.000 bis 200.000 Jahren existiert.

1961 rüttelte der englische Anthropologe Dr. L.S.B. Leakey an diesen Zeitangaben. Während Ausgrabungen in der Oldoway-Schlucht in Ostafrika entdeckte er mit seiner Frau bemerkenswerte Knochen. Zu ihren Füßen lagen die Überreste eines Urmenschen, 1.750.000 Jahre alt. Die Bestimmung des Alters wurde sechsmal überprüft und immer wieder gern in Frage gestellt. Dabei ging es um kleinste Partikel und Stofflichkeiten, die sich im Prozess der Verwesung und des Verborgenseins in und unter und zwischen die Knochen mischen können oder könnten oder müssten.
Eindeutiger ist das Geburtsland des Homo Sapiens.
Afrika – die Wiege der Menschheit.
Dort begann unsere einzigartige Entwicklung, deren Ursprung tierisch ist.
Wir stammen vom Affen ab und der Schimpanse ist unsere Verbindung zum Reich der Tiere, das nicht weniger spektakulär ist wie unsere Hochhauswelten aus Glas und Beton.
Wissenschaftler geben an, dass Primaten, also auch wir, in der Regel ein komplexes Sozialverhalten aufweisen. Sie leben in gemeinschaftlichen Gruppen, bilden eheliche Verbindungen, von denen viele treu sind, und achten aufeinander, in dem sie sich gegenseitig warnen, wenn Gefahr droht. Fragt sich, ob das menschliche Sozialverhalten evolutionär zurückgebildet wird oder vielleicht verkümmert?
Ja, wir leben in Gemeinschaften, großen Gemeinschaften.
Ja, wir gründen Familien, die in vielen Fällen aber alles andere als unseren Vorstellungen entsprechen.
Ja, wir gehen Bindungen ein, manche aber gleich so viele, dass sie nicht mehr wissen, warum eigentlich.
Treue ist vielerorts altmodisch, wir leben schließlich unsere Sexualität aus.

Das alles ist absolut legitim, wir sind schließlich höhere Wesen, haben andere Bedürfnisse und Welten geschaffen, die uns von den tierischen Primaten unterscheiden.
Wir legen großen Wert auf Freiheit und Entfaltung der Persönlichkeit.
Wir wollen verdienen, jemand sein, etwas schaffen.
Wir sind Mensch und als solcher kosten wir alles voll aus, was uns zur Verfügung steht: die Herrlichkeit der Erde, seine Gaben und andere Menschen.
Wir benutzen, erobern, besetzen, übernehmen, konsumieren, verurteilen und versorgen.
WIR achten nicht allzu oft auf andere Menschen.
Ob Feind, ob Freund, ob Familie, ob Fremder.
Ob morgens im Trubel der Fleißigen, die überall zur Arbeit hetzen, ohne auf Rolltreppen, Ein- oder Ausgängen nach rechts und links zu blicken, oder abends im Supermarkt an der Kasse, wenn wir nach einem Kampf zwischen den Regalen keine Geduld für die Kassiererin aufbringen können, die wartet, bis der achtzigjährige Stammkunde, der seit dreißig Jahren einmal im Monat eine besondere Flasche Wein kauft und diese mit Cent-Stücken bezahlt. Geld, dass er sich von dem Wenig zusammengespart hat, was ihm von der Rente bleibt.
Humanität war gestern.
Heute herrscht chronischer Zeitmangel und wir nörgeln, schuppsen, treten, jammern, tratschen, glotzen, heucheln und missgönnen. Noch Schlimmeres sogar.
Es existiert kein WIR.
MIR ist das aber nicht egal!
Und dir? Ihnen? Euch?

DAS GÖTTLICHE

von
Goethe Johann Wolfgang

Edel sei der Mensch,
hilfreich und gut!
Denn das allein
unterscheidet ihn
von allen Wesen,
die wir kennen.

Heil den unbekannten
höhern Wesen,
die wir ahnen!
Ihnen gleiche der Mensch!
Sein Beispiel lehr‘ uns
jene glauben.

Denn unfühlend
ist die Natur:
Es leuchtet die Sonne
über Bös‘ und Gute,
und dem Verbrecher
glänzen wie dem Besten
der Mond und die Sterne.

Wind und Ströme,
Donner und Hagel
tauschen ihren Weg
und ergreifen
vorübereilend
einen um den andern.

Auch so das Glück
tappt unter die Menge,
faßt bald des Knaben
lockige Unschuld,
bald auch den kahlen
schuldigen Scheitel.

Nach ewigen, ehrnen,
großen Gesetzen
müssen wir alle
unseres Daseins
Kreise vollenden.

Nur allein der Mensch
vermag das Unmögliche
Er unterscheidet,
wählet und richtet;
er kann dem Augenblick
Dauer verleihen.

Er allein darf
den Guten lohnen,
den Bösen strafen,
heilen und retten,
alles Irrende, Schweifende
nützlich verbinden.

Und wir verehren
die Unsterblichen,
als wären sie Menschen,
täten im großen,
was der Beste im kleinen
tut oder möchte.

Der edle Mensch
sei hilfreich und gut!
Unermüdet schaff‘ er
das Nützliche, Rechte,
sei uns ein Vorbild
jener geahneten Wesen!

Roentgen-Blick mit WLAN

Ich sehe was, das du nicht siehst

Superheld by SLMS 2Haben Sie sich als Kind auch gewünscht, einmal wie Superman durch Wände schauen zu kön- nen? Wände aus Stahl und Beton, meterdick?
Das ist jetzt möglich.
Zumindest behaupten das Forscher des Mas- sachusetts Institute of Technology, kurz MIT. Angeblich ist es ihnen gelungen, Mithilfe von WLAN-Signalen Menschen durch Wände zu sehen.
Wi-Vi heißt die neue Technologie und lässt Superman alt aussehen. Trotz seiner au- ßergewöhnlichen Kräfte hatte er doch ein Manko:
Wände aus Blei waren unüberwindbar.
Nicht so für Wi-Vi.
Die neue Erfindung soll natürlich auch für den guten Zweck eingesetzt werden, wie zum Beispiel bei dem Auffinden von Überlebenden in Katastrophengebieten oder während der Verbrechensbekämpfung. Polizeibeamte könnten den Aufenthaltsort eines Verdächtigen genau definieren, bevor sie einen möglichen Tatort stürmen. Auch Bewegungen können mit Wi-Vi ausgemacht werden. Allerdings beschränkt sich die Technik im Moment auf drei Personen, die zur selben Zeit hinter der Wand oder in einem Raum stehen.

Natürlich gibt es wie bei jeder neuen Erfindung auch Nachteile. Kritiker machen sich bereits jetzt aufgrund der relativ geringen Hardware-Kosten Sorgen. Was wenn diese Technologie in die falschen Hände gerät? Müssen wir dann wieder auf unsere alt bewährten Superhelden hoffen?

Mehr zum Massachusetts Institute of Technology (MIT)

Konzept Wi-Vi von Fadel Adib and Dina Katabi
© Massachusetts Institute of Technology (MIT)

 

Sorge um die Welt

Wenn man einer Umfrage der Bertelsmann Stiftung Glauben schenkt, dann machen sich etwas mehr als vierzig Prozent der Jugendlichen in Deutschland große Sorgen um die Zukunft unseres Planeten. Dabei stehen unter anderem Themen wie Armut, Klima, Massenvernichtungswaffen, Krieg, die Ausbreitung von Seuchen und Krankheiten und Lebensmittel im Vordergrund. Das könnte den einen oder anderen überraschen. Nur zu oft begegnet man einer Horde grölender, modisch gestylter Jung-Menschen, die mit coolen Sprüchen und albernen Aktionen ihr Umfeld provozieren wollen. Mehr nicht. Man meint, sie tun dies aus Langeweile, Gruppenzwang, jugendlichem Wahnsinn. Vielleicht tun sie’s auch aus Frust darüber, dass die Erwachsenen ihnen nicht besonders viel zu bieten haben und noch weniger hinterlassen werden. Man könnte also ihr pöbelndes Verhalten als eine Art gesellschaftliche Strafe verstehen.

Filmplakat_Der Tag an dem die Erde stillstandDer amerikanische Science-Fiction-Film DER TAG AN DEM DIE ERDE STILLSTAND (The Day the Earth Stood Still) erzählt von so einer Art Rache, die allerdings zur Folge haben soll, dass die Menschen ausgelöscht werden. In dem von Regisseur Scott Derrickson gezeichneten Apokalypse-Movie landet ein Außerirdischer namens Klaatu mit einer atemberaubenden Show auf der Erde. Er stellt sich als Vertreter mehrerer außerirdischer Zivilisationen vor und verkündet, dass er gekommen sei, die Erde vor den Menschen zu retten. Die gemeinhin als Homo Sapiens bekannte Spezies zerstöre ohne schlechtes Gewissen ihren Planeten und die damit verbundene Originalität des komplexen Lebens im Universum. Also entscheidet eine viel höher entwickelte Existenz den Untergang der Menschen.
Radikal. Vielleicht. Aber man weiß ja nie.
Wir sollten es auf jeden Fall nicht soweit kommen lassen.
Wir sollten es erst gar nicht provozieren. Im Film haben die Menschen Glück und schaffen es, den Rächer der Erde davon zu überzeugen, dass wir es wert sind, auf der Erde zu leben. Wer aber erinnert uns im realen Leben daran, wie kostbar unser Planet und all seine Schätze sind? Uns selbst scheint es ja tagtäglich zu entfallen?
Vielleicht die, welche nach uns noch auf diesem Planeten die Wunder des Lebens genießen wollen.
Unsere Kinder.
So wie dieses kleine Mädchen aus dem Jahr 1992.

Supermond

Jedes Jahr gibt es eine Nacht, in welcher der fahle Erdtrabant die Erde so nah umrundet, dass sein Schein das tiefe Schwarz der mit Sternen geschmückten Finsternis in ein Leuchten verwandelt.
Am Wochenende vom 22. und 23. Juni bietet der Mond eine ungewöhnliche Szenerie, denn er soll um 14 Prozent größer und 30 Prozent heller scheinen. Das hört sich auf den ersten Blick vielleicht nicht so spektakulär an, aber wenn Sie doch beide Augen in den Himmel richten, könnte es passieren, dass Sie das Gefühl überkommt, der Mond stürze in den nächsten Momenten geradewegs auf Sie ein.

Supermond_SLMS
Auf jeden Fall scheint es so, als könnten wir mehr von seiner Beschaffenheit erahnen, die sich uns doch stets nur als grauer Löcherkäse offenbart. Dabei ist sie alles andere als das. Gerade hat der Nasa-Satellit LUNAR RECONNAISSANCE ORBITER den bleichen Planeten mit Laserstrahlen vermessen und eine bisher einzigartige Karte mit kleinsten Details hinterlassen. Dort wird nun die Vielfalt der Oberfläche des Erdtrabanten sichtbar: Monstergipfel, größer als der Mount Everest, zwanzigkilometerweite Krater und gefrorenes Wasser – alles Spuren zweier Asteroiden, die vor circa 3,8 Milliarden Jahren Mond und Erde gestreift haben.

Auch wenn wir Menschen auf der Erde kleine Lichter sind und nicht die Fülle seiner Schönheit sehen können, so haben wir doch die Chance einen atemberaubenden Blick auf den Mond zu genießen, der sich erst wieder nächstes Jahr im August präsentieren wird.

Spannende Informationen zum Mond
gibt es auch in der
National Geographic Ausgabe 7/2013

 

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