Tag der Erde

Am 22. April feiert der blaue Planet

Vereinte Nationen LogoSeit 1970 gibt es einen Tag, an dem sich die Erde feiert und die Menschen darauf besinnen, ein harmonisches Leben und Überleben auf unserem Planeten zu sichern. Umwelt- und Klimaschutz sind nicht etwa Begriffe, die erst seit ein paar Jahren existieren. Seit den Siebziger sind sie im Interesse aller Nationen. 1972 veranstalteten die Vereinten Nationen eine erste Konferenz, den sogenannten Welt- gipfel. Er ermöglichte eine erste weltweite Diskussion über Umwelt und Natur und mar- kierte den Beginn der globalen Umweltpolitik. Zwanzig Jahre später, 1992, unterzeichneten zum ersten Mal viele der Teilnehmerstaaten ein Abkommen, das einen weltweiten Aus- stoß von Treibhausgasen regulieren sollte. Dieses Abkommen wird als Klimarahmen- konvention bezeichnet und wurde 1997 in Kyoto erweitert. Der als „Kyoto-Protokoll“ bekannte Zusatzeintrag zum Klimaabkommen verpflichtete alle unterzeichnenden Staaten, einen schriftlich festgehaltenen Richtwert zur Senkung ihrer Treibhaus- gasemissionen bis 2012 durchzusetzen. Dabei handelte es sich um circa fünf Prozent. Interessanterweise haben die USA zwar das Protokoll unterzeichnet, aber ihr Vorhaben nicht wirklich umgesetzt. Deutschland steckte seine Ziele sogar besonders hoch, auf 21 Prozent, und erreichte eine Treibhausgasreduzierung bis zu 25 Prozent.
Ein kleiner Tropfen auf dem heißen Stein?
Vielleicht, aber ein Anfang.

STECKBRIEF ERDE

Name: ErdeTag der Erde_SLMS.de

Spitzname: Blauer Riese

Alter: bald 5 Milliarden Jahre

Wohnort: Sonnensystem, Galaxie: Milchstraße

Beruf: Planet (universaler Wohnort)

Größe: 12.700 Kilometer (Durchmesser)

Gewicht: 5,972 Tausend Trillionen Tonnen (plusminus)

Freunde: Sonne, Mond

Lieblingsfarbe: Blau

Stärken: Lebensfreundlichkeit

Schwächen: Menschen

Hobbies: sich um die eigene Achse drehen

Was kaum jemand weiß: Ich bin nicht einzigartig

YouTube VHS Button

Ich gestehe es. Ich besitze eine VHS.
Na schön.
In meinem Bücherregal steht ein ganzer Vorrat, gleich neben den gekauften und ja, auch selbstgebrannten, DVDs.
Und nochmal ja, hin und wieder ziehe ich eine Videokassette aus dem Regal, schnappe mir ein Scart-Kabel und hole aus der untersten Schublade des Fernseh-Schrankes einen VHS-Rekorder heraus, den ich liebevoll pflege. Ich stecke alles an, schiebe die VHS vorsichtig rein, spule zurück, mache es mir bequem und drücke vorsichtig den PLAY-Knopf der dazugehörigen Fernbedienung – nicht weil er vielleicht inzwischen durch Staub und Knabberzeug verklebt ist – sondern weil ich nichts kaputt machen möchte. Schließlich befinden sich in meinem kleinen VHS-Bestand wahre Klassiker, die mich, würde ich sie auf DVD neu kaufen, ein Vermögen kosten könnten.

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Diese Woche bekundete YOUTUBE, dass es zu Ehren des 57. Geburtstages des Videorekorders – das erste Modell, der Ampex VRX-1000, präsentierte sich sage und schreibe 1957 – ab sofort einen VHS Modus auf der Plattform anbietet. Allerdings wird es Ihnen schwer fallen, den Modus und die damit verbundene Nostalgie zu genießen, denn bisher wurden nur wenige Videos mit dem VHS-Button aufgepimpt.
Alle, die den Look und die Soundlandschaft einer guten alten VHS nicht auf dem Heimkino erleben können, machen sich also am besten auf die Suche.. vielleicht wird das eine oder andere Video mit dem berühmt berüchtigten Button gefunden. Hat man ein Solches, macht es Spaß die Absonderlichkeiten des VHS-Sehens zu wieder- zuentdecken, besonders Pause und Rückspulen. Schnell erinnert sich man an Schlechtwetter-Samstage aus der Kindheit, wo eine VHS das willkommene Heilmittel gegen aufkommende Langweile war. Für einen ersten Genuss probieren Sie einen Werbespot von Facebook. Nur so lange bis Sie Ihre persönlichen Highlights gefunden haben!

 

Google History

Haben Sie schon mal GOOGLE gegoogelt?
Als Top-Ergebnis erscheint GOOGLE.DE.
Keine Überraschung.
Dann kommt GOOGLE aus Österreich, der Schweiz, aus Amerika, aus Wikipedia und so weiter.
Google, Google, Google.
Artikel oder Berichte kommen erst ab Seite drei.
Wenn überhaupt.
Die Suchmaschine gibt es nun bald an die 15 Jahre.
Erst? Schon?
Überkommt Sie auch manchmal das Gefühl, als gäbe es Google seit dem Urknall?
Der Name, sein Erscheinungsbild und die Dienste sind so verankert in unserer Existenz, dass man sich kaum an eine Zeit ohne Computer, Internet und GOOGLE erinnern kann.
Wie hat das alles nur angefangen?

Bester Programm Code.org

CODE.org ist eine Wohltätigkeitsorganisation mit einer Zukunftsvision. Es geht um Jugendliche und Programmieren. Die von HADI PARTOVI gegründete Organisation stellt sich vor, dass Computerprogrammierung einen Weg in unsere Schulen findet und irgendwann ein Unterrichtsfach wie Mathematik oder Biologie wird. Somit hätten bereits Jugendliche die Möglichkeit, Programmieren zu lernen.
Warum?
Keiner erklärt es besser, als STEVE JOBS:

“I think everybody in this country should learn
how to program a computer because it teaches you how to think.”

(“Ich denke, jeder in diesem Land sollte lernen zu programmieren,
denn das lehrt dich zu denken.“)

Bis es aber soweit ist, setzt sich CODE.org für mehr Aufmerksamkeit in Sachen Programmierung und den scheinbar mickrigen Nachwuchs ein. In der Tat ist es wohl so, dass es derzeit weltweit an Programmierern fehlt. Deswegen startete Anfang des Jahres Code.org einen für Aufsehen sorgenden Aufruf, der nicht nur wegen seiner prominenten Unterstützer beeindruckte. In einem Video offenbaren große Computer-Revolutionäre wie Bill Gates, Twitter-Erfinder Jack Dorsey oder Facebook-Schöpfer Mark Zuckerberg eine ganz besonders persönliche Seite. Sie alle haben eine ungebremste Leidenschaft, etwas zu erschaffen, dass Menschen weltweit zusammenbringt.

Jede Programmierung, egal welcher Art, hat auch eins gemeinsam: einen Code. In der Informatik wird dieser auch als Quelltext bezeichnet. Durch ihn können wir ein Programm lesen und verstehen. Zumindest die, welche eine der vielen Programmiersprachen beherrschen. So entstehen tagtäglich unzählbare Scripte überall auf der Welt, die nicht nur unsere heimischen Computer zum Laufen bringen, sondern auch Maschinen bewegen, Kommunikation ermöglichen, uns atemberaubende Bilder aus dem All schicken oder den Straßenverkehr regeln. Ein Code verwandelt Ideen in Realität, ja beinah in Gewohnheit. Heute kann sich doch kaum ein Mensch vorstellen, dass so etwas Elementares erst ca 170 Jahre alt sein soll.

Das erste richtige Computerprogramm verstand sich als Berechnungsgrundlage von bernoullischen Zahlen, eine Folge rationaler Ziffern, die in der Mathematik in verschiedenen Zusammenhängen auftreten. Dieses erste Programm stammt von einer Frau: AUGUSTA ADA BYRON KING. Die Countess war besser bekannt als Ada Lovelace. Zwischen 1842 und 1843 entwickelte die britische Mathematikerin ihr kleines Programm für die von CHARLES BABBAGE erdachte mechanische Rechenmaschine, die als ANALYTICAL ENGINE bekannt ist und leider nie vollendet wurde. Adas Programm war damals nur von Hand ausführbar, da es noch keine fähige, technische Maschine gab. In den 70igern entwickelte der französische Informatiker JEAN ICHBIAH die Programmiersprache ADA. Der Name ist der ersten Programmiererin Ada Lovelace gewidmet.

MEHR über CODES, die Geschichte der Kodierung und spannende Details dazu können Sie auch in unserer Juni-Ausgabe von onLINE lesen!

CODE.org

DREIDIMENSIONAL – 3d druck

Dreidimensionale Erlebnisse – egal welcher Natur – begeistern die Menschen seit jeher. Ende der 40iger steckte das Kino dank der neuen Erfindung Fernsehen in der Krise und die Filmindustrie experimentierte nur so mit Ideen. Eine davon war die Vision eines Kinospektakels in 3D.
Der erste echte Cinemascope-Film in 3D war DER SCHATZ DER BALEAREN (SEPTEMBER STORM) vom amerikanischen Regisseur Byron Haskin. Zu dieser Zeit, im Jahr 1960,  war 3D inzwischen schon längst wieder ein alter Hut, der Film trotz 3D-Technik ein Flop.

Bereits seit einigen Jahren erlebt die Dreidimensionalität eine Renaissance, ob im Kino, im Fernsehen, auf dem Handy oder im Alltag. Fantastisch anzusehen sind auch 3D Drucke. Sie entstehen komplett computergesteuert. Einstmals wurden an 3D-Druckern ausschließlich Prototypen oder Dinge hergestellt, die man nur in kleinen Auflagen anfertigen wollte. Heute produzieren wir Figuren, Bilder, ganze Welten und jede Menge Fantasien.

Eine Firma, welche die Dienstleistung 3D-Druck in seiner vielseitigen Form anbietet, ist SHAPEWAYS. Dort können digitale 3D-Modelle hochgeladen und zum 3D-Druck freigegeben werden. Was das Medium und die Firma SHAPEWAYS so besonders macht, zeigt der folgende Beitrag.

                         

3d Druck

KonsumKlima

Es schneit Zahlen

Mitten im Winter, in dem es einfach nicht aufhören will, zu schneien, stelle ich mir die Frage: Wie steht es um unser Klima?
Obwohl ich mich jetzt gern in ausschweifende Darstellungen unserer bedrohten Umwelt und Tierwelt stürzen möchte, klopft ein anderer Begriff unermüdlich gegen die harte Knochenwand meiner Stirn:
KONSUMKLIMA.
Dieses Wort habe ich heute das erste Mal gehört. Ich saß mucksmäuschenstill, wie jeden Morgen, neben meinem Mann und versuchte, den Börsen-Berichten der blonden N-TV Moderatorin Astrid Fronja zu folgen. Dabei huschten hin und wieder merkwürdige Gesichtskommentare über ihr frisch geschminktes Äußeres.

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KON-SUM-KLI-MA.
Irgendwie lädt dieser Begriff zum Nachdenken ein.
Und schon stellt sich mir die nächste Frage:
Ist die Finanzkrise eigentlich überstanden oder sind wir noch mittendrin?
Egal wohin man blickt, ob in die Regale des Supermarkts oder auf die Speißekarte eines Restaurants – Preise klettern und stürzen dann wieder bergab, verheißungsvolle Ausverkäufe und Sonderangebote brennen mittlerweile in unseren Augen und es stellen sich attraktive Geschenke für den Abschluss von Verträgen, langen Verträgen, länger als normal, in Aussicht. Diese GEIZ ist GEIL-Gesellschaft strengt mich an. Kein Wunder, dass Begriffe wie Konsumklima erfunden werden, um unser seltsames Verbraucher- verhalten in erklärende Zahlen zu kleiden.
Dabei ist das keine neue Sache. Kein Versuch, der Finanzkrise und ihren Folgen entgegenzuwirken. Bereits 1980 wurde ein Wert für unser Konsumklima ermittelt. Die Geburtstunde des Konsumklimaindex. Sein Erzeuger ist das größte Marktforschungs-institut Deutschlands.
GfK.
Gesellschaft für Konsumforschung.
gfk_logoWeltweit ist die GfK eines der führenden Marktforschungsunternehmen. In Deutschland erforschen tagtäglich „12 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie Menschen leben, denken und konsumieren.“ So drückt es das Unternehmen selbst aus. Es wurde 1934 in Nürnberg gegründet und hat genau dort seinen Firmensitz.

Den meisten von uns dürfte die GfK ein Begriff sein, denn das Unternehmen ist auch für die Messung der Einschaltquote verantwortlich. Sie ist von enormer Bedeutung für die Fernsehsender, denn schließlich wollen diese unbedingt wissen, was ihre Zuschauer mögen – obwohl die Messung gerade mal einen minimalen Querschnitt unserer Bevölkerung betrifft, um genau zu sein zwischen 2000 und 6000 Deutsche, die sogenannte Panelgruppe. Sie repräsentieren das deutsche Publikum.
Der von der GfK gemessene Konsumklimaindex ist ein Wert, der durch die Befragung von 2000 Personen ab 14 Jahren ermittelt wird. Er spielt für die Beurteilung der aktuellen konjunkturellen Lage und unseren Zukunftsaussichten eine Rolle. Finanzexperten zufolge ist der Konsumklimaindex deshalb der wohl wichtigste Index in Deutschland. Erforscht wird dabei, ob sich unser Kaufverhalten im Vergleich zum Vormonat oder zum Vorjahr gesteigert oder reduziert hat. Denn normalerweise bedeutet eine Steigerung unseres Konsums jeder Art, dass sich die wirtschaftliche Lage erholt hat. Veröffentlicht die GfK einen positiven Konsumklimaindex, steigen die Aktienkurse.
Warum?
Ganz einfach.
Unternehmen rechnen dann automatisch mit steigenden Gewinnen.
WIR kaufen mehr, DIE verdienen mehr.
Logisch – irgendwie.
Doch können 2000 Auserwählte die Situation von über 81 Millionen Menschen wirklich repräsentativ darstellen?
Stellen Sie diese Frage bloß keinen Finanzexperten!
Er wird erwidern: Wie würden Sie es denn besser machen?

KonsumKlimaIndex_Pressemitteilung 27.02.2013_GfK

Plagiat & Lobbyismus

Ist unsere Demokratie ein Ergebnis aus Plagiaten?

Gutenberg, das ist eigentlich ein angesehener Name. Johannes von Gutenberg ist der Erfinder des Buchdrucks und der Druckerpresse. Für uns alle, die etwas zu sagen haben und bestrebt sind, ihre Gedanken auf Papier zu bannen, ein Vorbild. Vor allem weil der um 1400 namentlich als Johannes Gensfleisch Geborene uns etwas Besonderes hinterlassen hat, das an Qualität und Ästhetik seinesgleichen sucht:
Die Gutenberg-Bibel.
Für den einen oder anderen mag der Inhalt zur Debatte stehen, trotzdem ist diese exklusive Ausgabe religiöser Geschichten ein Meisterwerk, Gutenbergs Krönung seines Druckerschaffens. Außerdem gehört die Gutenberg-Bibel bis heute zu den wohl schönsten gedruckten Büchern unserer Welt. Damit bewies der alte Meister, dass sein Werk mit kunstvoll handgeschriebenen Ausgaben mithalten konnte. Für die damalige Kunst der Schriftwelt bedeutete die Gutenberg-Bibel einen Umbruch. Fortan war eine Verbreitung von Wissen in Form einer Publikation auf deutlich unkomplizierte Weise möglich.
Aus Büchern saugen wir seit jeher Gedanken, Erfahrungen, Wissen und Wahrheiten.
Brauchbar. Inspirierend. Genial.
Das dachte sich auch Karl-Theodor zu Guttenberg.
Etwas mehr als 600 Jahre später verhalf er einem alten, seit Jahrtausenden bekannten Mittel des Gedankendiebstahls zur Renaissance.
Das PLAGIAT.
Eingesetzt von großen Männern wie Aristoteles oder Bertolt Brecht.
Ja, die haben’s auch getan!
Gedankenklau.
Irgendwie menschlich.
Sind wir überhaupt noch in der Lage Neues zu denken?

Copy & Paste_SLMS.de

Das lateinische Wort PLAGIUM bedeutet MENSCHENDIEBSTAHL oder SEELENVERKAUF. Das eine beschreibt den Tatbestand, das andere die faustische Ebene, die jeder Plagiator betritt. Denn eins ist klar: Die Wahrheit sucht sich seinen Weg ans Licht, so dunkel und tief die Grube auch sein mag, in der wir sie gestoßen haben.
Karl-Theodor zu Guttenberg hatte für seine Dissertation „Verfassung und Verfassungsvertrag. Konstitutionelle Entwicklungsstufen in den USA und der EU“ Gedanken geklaut oder anders ausgedrückt, er hatte sie leider nicht ausreichend formgerecht zitiert. War er deswegen ein bedeutend schlechterer Bundes- verteidigungsminister?

Aber uns geht es hier eigentlich nicht um die Plagiate, die Politiker in ihren Sturm- und Drang-Zeiten begangen haben. Uns geht es um solche, die auf dem Politik-Schlachtfeld der EU eingesetzt werden. Dort, wo die Mächtigen, die Tonangeber, die Bestimmer und Gestalter unserer Gesellschaft kämpfen. Denn hier sind es wieder Politiker, die Gedankenklau betreiben. Er ist allerdings nicht nur erlaubt, sondern auch gewollt.
Das 3SAT Kulturmagazin KULTURZEIT stellte diese Woche die Frage:
Ist unsere Demokratie ein Ergebnis aus Plagiaten?
Wieso?
Die Antwort ist einfach.
Lobbyismus.
In Brüssel, dort, wo unsere EU gepflegt und gehegt wird, sind 30000 Lobbyisten unterwegs. Ein hübscher Name für abgestellte Persönlichkeiten aus Finanzwirtschaft, der Energie- und Pharmabranche sowie der Autoindustrie. Sie versorgen unsere Parlamentarier mit Informationen, die ihnen bei der Weitergestaltung unserer Gesellschaft helfen sollen. Diese Informationen werden nur allzuoft eins zu eins übernommen. So ging und geht es zu, in Brüssel. Nach vielen dubiosen Jahren des Einflüsterns und des angeblichen Steuerns unserer Politiker müssen sich die Lobbyisten nun schon länger in ein verpflichtendes Transparenzregister eintragen, um sich einen permanenten Zugang zu den EU-Gebäuden zu ermöglichen. Wir wissen also, wer sie sind, doch ändert das etwas?
Nein. Warum auch? Politiker dürsten regelrecht nach den Erfahrungen und Branchenkenntnissen der Lobbyisten. Unsere Welt wirkt auf sie wie ein komplexer Dschungel, in dem sie sich nur zurechtfinden, wenn sie auf ein großes Maß an Kraft und Ressourcen zurückgreifen. Dann lieber die textlich zusammengefassten Ideen der Branchenkenner. Das spart Zeit und Nerven. Politiker lassen sich gern von Lobbyisten beraten, obwohl sie finanzielle Mittel gestellt bekommen, selbst Recherchen zu betreiben. Außerdem: Lobbyisten beraten gern Politiker. Dass man ihnen allgemeinhin vorwirft, nichts anderes als die Interessen ihrer Konzerne zu vertreten, stört sie kaum. Sie vermitteln, stellen Kontakte her und versorgen unsere Politik mit Ideen und Konzepten, die diese dankbar übernimmt und umsetzt. Alles zum Wohl unseres Landes, unserer EU. Alles ganz einfach oder?

Die Piratenpartei definiert Lobbyismus wie folgt: „Unter Lobbyismus versteht man die Einflussnahme auf politische Entscheidungen oder auf die öffentliche Meinung durch Vertreter von Interessengruppen.“
Sie betont allerdings: „In der öffentlichen Diskussion wird der Begriff häufig (fälschlicherweise / polemischerweise) als die Korruption der politischen Elite durch Interessenvertreter der Industrie zum Zwecke der Manipulation der Politik verstanden.“
Nun ja.
Auf der Webseite LOBBYPLAG kann man eindrucksvoll selbst prüfen, wie groß der Einfluss von Lobbyisten ist. Die Plattform stellt eindrucksvoll dar, wie EU-Abgeordnete die Vorschläge von Lobbyisten in Anträge zur EU-Datenschutz-Grundverordnung eingearbeitet haben.
Und zwar frei nach dem Verfahren: COPY & PASTE. Heaven and Hell!
Wo sind nur solch kreative Denker und Erschaffer wie die eines Formates von Gutenberg oder auch die eines zu Guttenberg, der trotz Plagiatsversuchen ein durchaus brauchbarer und selbstdenkender Bundesverteidigungsminister war.

LobbyPlag

Super 2012 DA14 – Meteorit oder Asteroid

ES REGNET STERNE

Meteorit oder Asteroid.

Für viele von uns scheint da kaum ein Unterschied zu erkennen. Wir sehen flirrende Brocken aus Sternenstaub, eingehüllt in ein atemberaubendes Universumleuchten. Doch gerade heute definieren sich die Unterschiede stärker denn je.

In den frühen Morgenstunden rüttelte ein Meteoridenregen Tscheljabinsk wach. Die russische Industriestadt im Ural vermeldete erhebliche Schäden und hundertfache Verletzte.

So schön sich das astronomische Spektakel am Himmel darstellt, so schockierende sind seine Auswirkungen, denn beim Eintritt in die Atmosphäre verglühen Meteoriden. Die dabei entstehende Druckwelle entfalten ungeahnte Kräfte und eine ungeheurer Zerstörungsmacht.

Diese haben in Russland „nur“ Fensterscheiben eingedrückt und Dächer zerstört.
Der erste Gedanke weltweit:
Hat das vielleicht etwas mit dem Asteroiden 2012 DA14 zu tun, der heute Abend die Erde ungewöhnlich nah streifen wird?
Experten antworten mit einem eindeutigen NEIN.
Das morgendliche Spektakel sei ein Zufall und habe mit dem Asteroiden nichts zu tun.
Asteroid. Meteorit.
Wo liegt der Unterschied?
Asteroiden sind richtige Kleinplaneten. Sie kreisen wie die Erde um die Sonne. Ein großer Teil von Ihnen bewegt sich in dem Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter.

Meteoriten hingegen sind schlichtweg die uns so begehrten Sternschnuppen. Es sind kleine Gesteinsbrocken, die in der Regel beim Eintritt in unsere Atmosphäre verglühen und als Sternenstaub auf unserem Planet landen. Die meisten von ihnen richten weit weniger Chaos und Schaden an, als das heute in Russland der Fall war.

© NASA - Meteorit oder Asteroid
Asteroiden-Verlauf von Süden nach Norden © NASA

Der im Februar 2012 entdeckte Asteroid 2012 DA14 wird heute die Erde in einer Entfernung von 27.700 Kilometern passieren. Mit einem Durchmesser von 50 Metern ist er ein ansehnlicher Brocken. Laut NASA kreuzen solche Exemplare alle 40 Jahre die Erde, eine mögliche Kollision sei aber nur alle 1200 Jahre denkbar.

Meteorit oder Asteroid.

Bereits bei der Entdeckung im vergangen Jahr gab die NASA bekannt, dass keine Gefahr für die Erde bestehe. Der Asteroid 2012 DA14 kommt der Erde so nah, dass er wohl einige unserer Satelliten kreuzen wird. Trotz dieser Nähe, sei der Asteroid dennoch nur mittels Teleskop sichtbar. Für alle, die also auf ein abendliches Himmelspektakel gehofft hatten, werden enttäuscht. Die NASA bietet allerdings zwei Möglichkeiten an, sich aktuell über die Position und Bewegung von 2012 DA14 zu informieren.

NASA TV

NASA LIVESTREAM

FERNSEH-APPELL – Edward R. Murrow

GOOD NIGHT and GOOD LUCK

Mit den Worten von Edward R. Murrow

Edward R. Murrow war ein amerikanischer Journalist, der sich Anfang der 50iger Jahre für eine unabhängige Vermittlung politischer Nachrichten im Fernsehen einsetzte. Seine Kommentar-Sendung SEE IT NOW auf CBS wurde unter anderem wegen der mutigen Hintergrundberichterstattung über Senator McCarthys aberwitzige Versuche, Amerika von den Kommunisten zu befreien, bekannt. Damals gab es in den USA drei große Fernsehsender.

Über die Entwicklungen dieser Zeit handelt der Film GOOD NIGHT AND GOOD LUCK. Das waren gleichzeitig auch die Schlussworte von Edward R. Murrow in jeder Sendung. Clooney verarbeitete in seiner zweiten Filmregie seinen persönlichen Standpunkt, dass wir nicht mehr, die uns vermittelten Informationen in unser eigenes soziales und politisches Denken einarbeiten, verarbeiteten und uns dann eine eigene Meinung bilden, sondern nach genau den Meldungen suchen, die unseren Standpunkt untermauern und bestätigen.

Wir hinterfragen kaum noch und so ermöglichen wir das Verschwinden einer allgemeinverbindlichen Wahrheit, von der wir alle ausgehen und unsere Meinung bilden können. In dem Film wird eine überaus beeindruckende Rede des Fernsehjournalisten Edward R. Murrow gezeigt, die auch heute absolut gültig ist. Deutsche Fernsehsender sollten diese Worte gut auf sich wirken lassen und mit dem Programm vergleichen, dass sie uns auf die heimsche Mattscheibe schicken. 

„Was ich jetzt sage, gefällt bestimmt nicht jeden.
Am Ende dieses Diskurses bezichtigen vermutliche etliche Leute diesen Reporter,
er beschmutze sein eigenes behagliches Nest.

Und ihre Organisation wird vielleicht bezichtigt, ketzerischen und gefährlichen Ideen
Tür und Tor geöffnet zu haben, in dem sie mich einlud.

Aber dadurch wird das kunstvolle Geflecht aus Sendern, Werbeagenturen und Sponsoren weder erschüttert noch verändert werden.
Es ist mein Wunsch, wenn nicht gar meine Pflicht, hier ganz offen zu meinen Weggefährten über das zu sprechen, was mit Radio und Fernsehen geschieht.
Und wenn das, was ich sage, von Verantwortung zeugt,
trag‘ ich allein die Verantwortung dafür, dass ich es sage.

Unsere Geschichte wird das sein, was wir aus ihr machen.
Und sollte es in 50 oder 100 Jahren Historiker geben, und sollten die Kinoskop-Aufzeichnungen einer Woche von allen drei Sendern erhalten geblieben sein, finden die Historiker in Schwarz und Weiß und in Farbe Beweise für Dekandez, Eskapismus und Abschottung von den Tatsachen der Welt, in der wir leben.
Wir sind zur Zeit wohlhabend, fett, bequem und selbstgefällig.
Wir haben eine anerzogene Allergie gegen unangenehme oder verstörende Informationen. Unsere Massenmedien spiegeln das wieder.
Und wenn wir uns nicht von unseren fetten Hinterteilen erheben und erkennen,
dass das Fernsehen hauptsächlich dazu benutzt wird, uns abzulenken, irre zu führen,
zu amüsieren und zu isolieren, werden das Fernsehen und die, die es finanzieren,
die sich’s ansehen und die dran arbeiten,
sich vielleicht zu spät ein anderes Bild machen.

Zu Beginn meiner Rede sagte ich,
dass unsere Geschichte das sein wird, was wir auch ihr machen.

Wenn wir fortfahren wie bisher, dann wird die Geschichte Rache nehmen und die Vergeltung wird ihr auf dem Fuße folgen.
Lassen Sie uns hin und wieder die Bedeutung von Ideen und Informationen hervorheben. Lassen Sie uns davon träumen, dass es möglich ist, irgend einen Sonntagabend, der normalerweise Ed Sullivan vorbehalten ist, eine eingehenden Prüfung des Zustand der amerikanischen Bildung zu widmen.
Und eins zwei Wochen später, eine Sendezeit, die normalerweise Steve Allen gehört, einer umfassenden Studie der amerikanischen Politik im nahen Osten zu widmen.
Würde wohl das Image der entsprechenden Sponsoren dadurch beschädigt werden?
Würde die Anteilseigener sich etwa in ihrem Zorn erheben und beklagen?
Würde irgendetwas anderes passieren, als dass ein paar Millionen Menschen ein wenig Erleuchtung erhalten hätten, über Themen, die sehr wohl die Zukunft dieses Landes bestimmen können und demzufolge auch die Zukunft dieser Unternehmen?
Jene, die sagen, das Publikum würde sich das nicht ansehen, es wäre zu selbstgefällig, zu gleichgültig und zu isoliert, kann ich nur erwidern, dass ein Reporter der Meinung ist, aus gutem Grund dieser Behauptung widersprechen zu können.
Aber selbst, wenn jene recht hätten?
Was hätten sie zu verlieren?
Denn falls sie Recht haben, und dieses Instrument Fernsehen zu nichts anderem taugt als zu unterhalten, abzulenken und zu isolieren, dann fängt die Fernsehröhre an zu flackern und wir werden bald sehen, dass der ganze Kampf verloren ist.
Dieses Instrument kann lehren, es kann aufklären, ja es kann sogar inspirieren,
aber das kann es nur in dem Maße, in dem Menschen entschlossen sind,
es genau zu diesen Zwecken einzusetzen.
Andernfalls sind es nur viele Kabel und Leuchten in einem Schrank.“

(Zitat: GOOD NIGHT AND GOOD LUCK, Regie: George Clooney)

SOUND-MUSEUM

THE SOUNDS OF LIFE

                     SAVETHESOUND WELCOME

Diese Einladung sieht irgendwie altbacken und unspektakulär aus, aber sie ist das Tor zu einem ungewöhnlichen Erlebnis für Ihre Ohren. Auf www.safethesounds.info präsentiert der junge Amerikaner BRENDAN CHILCUTT die wohl ungewöhnlichste Sammlung: Geräusche längst vergangener Tage in seinem MUSEUM DER BEDROHTEN GERÄUSCHE.
Ein einzigartiges Projekt, denn die Sounds gehören einer Vergangenheit an, die immer mehr vergessen wird. Klänge wie das Röcheln eines 56K-Modems oder das eines Kassettenrecorders sind für viele junge Menschen inzwischen außerirdische Töne. Kein Wunder also, dass es endlich an der Zeit war, sie erneut zum Leben zu erwecken!
Save the sounds_Abbildung30 antiquierte Sounds fiedeln auf www.safethesounds.info in unseren Ohren und wecken Erinnerungen an nicht mehr ganz zeitgemäße Tage. BRENDAN CHILCUTT hat die denk- würdigen Klänge in Dreiergruppen, farblos aneinander gereiht. In Form von schwarz-weißen Bildern erinnern sie uns an eine längst verstorbene Technik-Vergangenheit. Ein Klick auf die Bilder erweckt diese Zeiten zu neuem Leben, bunte Farben und flippige Bewegungen katapultieren uns regelrecht in einen Moment der Zeitlosigkeit. Es dudelt, bimmelt, klingelt, piepst, schellt und bellt.

Geräusche lösen ähnlich wie Musik in uns Menschen Emotionen und Erinnerungen aus. Obwohl medi- zinisch die Wirkung von diesen bisher nur wenig erforscht ist, wird sie in der Sinnesphysiologie, einem Bereich zwischen Neurowissenschaften und Physiologie, erforscht. Man versucht die Zusammenhänge zwischen aufgenommener Information und einer mehr oder weniger typischen Reaktion zu erklären.

Geräusche sind imposante Tonwelten. Ihre Wirkung ist nicht nur im Film ein beliebtes, künstlerisches Mittel. In der Musik haben Sounds ein eigenes Genre ausgelöst.
NOISE.
Die eigenwillige Gattung tauchte Ende der 70iger in England auf und hat sich inzwischen vielseitig entwickelt. Als Meilenstein und Pionier von NOISE gilt der Italiener MAURIZIO BIANCHI, dessen Musik nicht immer auf Verständnis traf. Seine Soundwerke, Interpretationen von Geräuschen und der Verzicht von Melodie, beschreiben ihn als Künstler besser als jeder Lebenslauf. Sein Umgang mit Klängen, Sounds und Tönen ist heute so antiquiert wie die Geräuschesammlung von BRENDAN CHILCUTT, aber beide sind ein interessanter Ohrenschmaus!

KLICK auf SAVE THE SOUNDS

Klick auf MAURIZIO BIANCHI

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