21. Dezember. Wintersonnenwende. Wie jedes Jahr ist das der kürzeste Tag des Jahres. Am südlichen Wendekreis wird dann die Sonne im Zenit stehen, während es am nördlichen Wendekreis tagsüber einfach dunkel bleibt.
Dieses Jahr ist der 21. Dezember ein ganz besonderer Tag. Für die einen wird laut Maya-Kalender die Welt untergehen, für andere steht der Wandel und der Eintritt der Erde in ein neues Zeitalter bevor und Filmbegeisterte feiern den Kurzfilm. Wie bitte? Haben Sie sich verhört? Nein. Keineswegs. Am 21. Dezember feiert Deutschland den Kurzfilm. Das wird auch Zeit, denn sein Ruf ist nicht der eines schillernden Helden. Aufklärung tut tot! Nur all zu oft wird der Kurzfilm als stümperhafte Anfänger-Versuche beschimpft, der schlecht und billig produziert wird und so wie so nirgends zu sehen ist, außer im Internet. Im Übrigen ist das Internet eine sehr dankbare und zuschauerstarke Plattform. Wie geschaffen für die kleine, filmischen Meisterwerke, die kreativ, einfallsreich und an Facettenreichtum grenzenlos sind.
Als Koordinator und Ausrichter des Kurzfilmtages fungiert DIE AG KURZFILM. Die Interessenvertretung für den deutschen Kurzfilm wurde 2002 gegründet und setzt sich für eine verbesserte Wahrnehmung und Verbreitung des Kurzfilmes ein.
Die Idee für den Kurzfilmtag lehnt sich an den französischen LE JOUR LE PLUS COURT. Übersetzt heißt dies DER KÜRZESTE TAG. In Frankreich feiert man nun zum zweiten Mal den Kurzfilm, ebenfalls am 21. Dezember. Die Ressonanz und der Erfolg waren umwerfend. 500 Mitveranstalter, 350 Städten und 6.000 Vorstellungen. Wow! Und was bietet der deutsche KurzfilmTag? Der beginnt erstmal kleiner. Ist ja auch sein Debüt. Im Moment werden in über 50 Städten 100 Veranstaltungen erwartet, aber der Kalender wächst noch. Täglich. Ein besonderes Highlight ist wohl die Verleihung des Deutschen Kurzfilmpreises am 29.10.2012 in München.
Die Zeit bis zum 21. Dezember können Sie sich mit dem KurzfilmTag-Weihnachtskalender vertreiben, der jeden Tag einen Kurzfilm präsentiert. Kurz und gut.
GAIUS CILNIUS MAECENAS war der wahrhaft erste engagierte Förderer von Kunst und Kultur. Ein Gönner. Auf sein Wirken bassiert der heute immer selten gehörte Begriff Mäzen.
Der Vertraute und politische Berater des römischen Kaisers AUGUSTUS wurde am 13. April 70 v. Chr. in Arretium geboren. Die unterschiedlichen Einflüsse väter- und mütterlicherseits verführten den vermögenden und Genuss liebenden MAECENAS zur Dichtkunst. Dafür erntete er vor allem von dem römischen Philosophen SENECA heftige Kritik. Zu wünschen ist, dass sich MAECENAS diese nicht allzu ernst genommen hat, denn der altkluge SENECA lebte selbst in seiner ganz eigenen idealen Welt. So scheiterte sein utopischer Versuch, den rücksichtlosen Kaiser NERO in einen strahlenden, ehrenhaften Staatsmann zu verwandeln, in politischer Verschwörung und Selbstmord.
MAECENAS war in seinem Bestreben, einen Kaiser mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, bedeutend erfolgreicher. Kaiser AUGUSTUS, Großneffe und Haupterbe des GAIUS JULIUS CÄSAR, führte das Römische Reich in eine einzigartige Blütezeit. Er duldete weder Korruption noch Ausschweifungen, schützte den Frieden, sorgte für Wohlstand im Volk und spendete nicht zuletzt seine eigenes Geld, wenn Not herrschte. Ein vortreffliches Vorbild, nicht nur für MAECENAS, der junge Dichter und Künstler seiner Zeit mit seinen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln gern unterstützte. Dieses Engagement hat nicht nur beeindruckende Dankes-Gedichte jener Künstler hinterlassen sondern auch das Mäzen- tum schlichtweg. Es beschreibt das wohlwollende Wesen eines MAECENAS: Ein großzügiger Menschen, der Kunst und Kultur liebte und sie mit finanziellen Mitteln förderte.
Ob Sie es glauben oder nicht, aber Gönnern wie MAECENAS haben wir die größten und bedeutendsten Kunst-, Kultur- und Wissenswerke der Geschichte zu verdanken. PUBLIUS VERGILIUS MARO besser bekannt als VERGIL, der Verfasser der AENEIS, verdankt seine schriftstellerischen Freiheiten MAECENAS. Künstler wie BOTICELLI, MICHELANGELO oder LEONARDO DA VINCI profitierten von den Beziehungen der Familie MEDICI. Der wohlhabende Klan ermöglichte zusammen mit anderen italienischen Kaufleuten und Bankiers die erfolgreiche Durchsetzung der Kunstepoche Renaissance. Außerdem sorgten sie für den rasanten Aufstieg der Städte Florenz, Venedig, Mailand und Genua zu einer kulturell, wirtschaftlich starken Metropole.
Der als Sonnenkönig bekannt gewordene Ludwig XIV. liebte Prunk, Schönheit und nicht zuletzt Wissen. Der Mann des Grand Siècle (Großes Zeitalter) suchte immer wieder nach den besten Künstlern aus Musik, Literatur, Malerei oder aber auch aus Architektur und Wissenschaft, die er zu sich an den Hof rufen ließ. Dank ihrer Fähigkeiten wollte der Sonnenkönig vor seinem Volk glänzen. Während seiner Herrschaft wurden diverse Akademien gegründet, darunter die Akademie der Wissenschaften (1666) und die heute als OPÉRA DE PARIS bekannte Akademie der Musik (1672). Das Mäzentum des Sonnenkönigs genoss vor allem der italienische Komponist GIOVANNI BATTISTA LULLI bekannt als LULLY, der Theaterrevolutionär und Dramatiker MOLIÈRE oder der Fabelerzähler JEAN DE LA FONTAINE.
Mäzen Goethes
Großherzog KARL AUGUST VON SACHSEN-WEIMAR-EISENACH lernte mit 17 Jahren den damals bereits berühmten JOHANN WOLFGANG VON GOETHE kennen und förderte den deutschen Dichter fortan, der ihm auch ein guter Freund wurde.
So geht es weiter, von Jahrhundert zu Jahrhundert, bis in die heutige Zeit. Während sich die stolzen Mäzenen vergangener Epochen gern mit ihrem Engagement schmückten, sind die Mäzenen heutiger Epoche still und zurückhaltend. Vielleicht auch, weil ihr Kreis immer kleiner wird und ihre Wichtigkeit an Bedeutung verliert. Auf jeden Fall nehmen immer weniger Menschen privates Vermögen in die Hand, um damit Kunst, Kultur oder Wissenschaft zu fördern. Nicht zuletzt mag dies auch an der Veränderung des Einflusses bildender Künste oder geistiger Gebilde wie etwa Recht, Moral, Religion, Wirtschaft und Forschung liegen. Aber das ist ein anderes Thema.
Nach dem großen Vorbild MAECENAS sind zwei Preise ins Leben gerufen worden, die den Einsatz von Mäzenen ehren. Vielleicht spornt dies den einen oder anderen an!
Mäzen Preise
MAECENAS (seit 1989) Der österreichische Kultursponsoringpreis wird jährliche durch die Initiativen Wirtschaft für Kunst (IWK) in Kooperation mit dem ORF vergeben.
DIE MAECENAS-EHRUNG des AsKI e.V. (seit 1989) Der Preis wird jährlich in Form eines Kunstwerkes durch eine unabhängige Jury vergeben, seit 2003 in Form der Bronzeplastik des Bildhauers Manfred Sihle-Wissel.
Staatsfernsehen. So wird das TV-Flimmern genannt, welches seitens der Regierung eines Landes überwacht und nichts zuletzt kontrolliert wird. Somit dient es nicht der Unterhaltung, sondern der Propaganda. Bis 1996 informierte das Staatsfernsehen in der arabischen Welt über aktuelle Zeitgeschehen. Doch dann tauchte im Ozean der einseitigen Nachrichten ALJAZEERA auf. Ein arabischer TV-Sender, der ernst genommen werden wollte. Eine Insel für freie Informationen, Diskussionen und Meinungen. Sein Gründer, der Emir von Katar, Scheich Hamad bin Khalifa Al Than, beeindruckte westlichen Medien mit seiner Idee einer Berichterstattung ohne Zensur. Damals, eine Einzigartigkeit. Eine Sensation. Das alles ohne staatlichen Einfluss. Bis jetzt.
Vor ein paar Tagen zündeten Demonstranten ein Büro des arabischen TV-Senders in der Nähe des Tahrir-Platzes in Kairo an. Ein Protest gegen den neuen Machtinhaber, aber auch ein Protest gegen ALJAZEERA. Sein Ruf als unabhängige, unparteiische Instanz bröckelt wie die Fassade des Live-Studios am Tahrir-Platz. Immer öfter werden Vorwürfe gegen seinen Gründer laut. So tuschelt man auf den Straßen, der Sender vertrete die politische Meinung des Emir von Katar und sei nicht mehr wahrhaft objektiv. Kritische Beobachter vermuten schon lange eine Instrumentalisierung des arabischen Medien- sterns ALJAZEERA.
Seit seiner Erstausstrahlung am 01. November 1996 entwickelte sich der arabische TV-Sender immer vorwärts. Mittlerweile sendet er aus 65 Ländern und erreicht 200 Millionen Zuschauer. Doch die Zahl seiner Journalisten sinkt. Dabei sind sie das eigentliche Leuchtfeuer, denn internationaler könnten Reporter nicht sein. Aus allen Ecken der Welt strömen Journalisten zu ALJAZEERA, interviewen kritische Stimmen und berichten hautnah am Geschehen. Damals und heute. Zu jeder Zeit. Eine beeindruckende Leistung. Während des Arabischen Frühlings zum Beispiel berichtete ALJAZEERA 24 Stunden live. Unsere Medien konnten da natürlich nicht mithalten. Inzwischen gehört der arabische, immer gut informierte TV-Sender zur anerkannten Presse. Gern greifen wir auf die von Ihnen gelieferte Berichterstattung zurück. So war ALJAZEERA auch die erste Quelle, als es um Berichte ging, die über die Unruhen in Tunesien oder den blutigen Versuch, die Proteste in Syrien niederzuschlagen, informierten. ALJAZEERA-Journalisten blieben und bleiben vor Ort, auch wenn es gefährlich oder brenzlig wird. Nicht allzu selten werden sie gejagt, lassen und ließen sich jedoch nie so leicht abschrecken. Bis heute.
Nach nun mehr als 16 Jahren beklagen immer mehr Reporter, dass ihre journalistischen Grundsätze nicht mehr geachtet werden und der Gründer von ALJAZEERA in die Auswahl der Interview-Gäste und der Programmgestaltung eingreife. Im April 2012 tauchte in der britischen Tageszeitung THE GUARDIAN ein Artikel des libanesischen Journalisten Ali Hashem auf. Im März hatte er seinen vorherigen Arbeitgeber, ALJAZEERA, verlassen. In seinem Artikel für den GUARDIAN prangerte er eine scheinbar selektive Berichterstattung aus Syrien an. Angeblich hätte der arabische TV-Sender sich geweigert, seinen doch eher kritischen Bericht über bewaffnete syrische Revolutionäre an der Grenze zum Libanon zu senden. Als Grund für diese Entscheidung sieht Ali Haschem die politische Stellung des Emir von Katar. Scheinbar stehe dieser auf der Seite der syrischen Rebellen und somit auch sein Lebenswerk ALJAZEERA.
Die Insel der arabischen Nachrichtenfreiheit hat wohl seine Unabhängigkeit von der restlichen arabischen Meinungswelt endgültig eingebüsst. Es ist zwar nicht verwerflich, öffentlich Stellung zu beziehen, aber, andere Meinungen auszusperren, um so seiner politischen Haltung Feuerschutz zu bieten. Unverständlich, warum gerade der Emir von Katar zu solch einem Machtmissbrauch greift. 1996 war er es schließlich, der einer unabhängigen Berichterstattung über die Ereignisse in der arabischen Welt Raum und Kraft verlieh, indem er 17 entlassene BBC-Mitarbeiter, die zuvor bei dem arabischen Gemeinschaftssender der BBC und dem saudischen Medienkonzern ORBIT gearbeitet hatten, einstellte und einen neuen unabhängigen TV-Sender gründete. ALJAZEERA lehnte sich gegen die Schließung des BBC-Gemeinschaftssenders durch die saudische Regierung auf. Damals bezog Scheich Hamad bin Khalifa Al Than eine freiheitliche Stellung. Damals hatte er den Mut und die Weltoffenheit, jeder kritischen Meinung fortan ein Zuhause zu geben: ALJAZEERA, die Insel.
Ab dem 1. Januar 2013 heißt es für jeden einzelnen Deutschen: Eine Wohnung – ein Beitrag! Wofür? Gute Unterhaltung. Aus dem Radio, Fernsehen oder Computer. Das Beste? 2013 spielt es keine Rolle mehr, wie viele technische Unterhaltungsgeräte sich in Ihrem Haushalt, Betrieb oder Unternehmen befinden oder ob überhaupt. Und auch sonst spielt in Sachen Rundfunkgebühren nichts mehr eine Rolle. Ob wir wollen oder nicht, ab dem 01. Januar sind monatlich 17,98 EURO fällig. Ein neuer Rundfunkbeitragsstaatsvertrag verpflichtet uns zu dieser Gebühr und appelliert an unser Verständnis. Schließlich sind die Öffentlich-Rechtlichen im Gegensatz zu den privaten Fernsehsendern verfassungsgerichtlich mit einem Grundversorgungsauftrag betraut. ARD, ZDF (Arte, 3Sat, KIKA, Phoenix) und das Deutschlandradio sind verpflichten, Kunst, Kultur, Geschichte, Soziales, Politik, Information und Wissen in unsere Wohnzimmer zu liefern. Um ein solches für uns unterhaltsames Programm gestalten zu können – und wir alle sehen tagtäglich, wie schwer dies zu sein scheint – werden Gelder benötigt. Genau da kommen wir ins Spiel. Schließlich geht es um eine Dienstleistung, die uns erbracht wird, oder?
Seit 1923 zahlen wir Rundfunkgebühren, denn seit damals ist in Deutschland eine regelmäßige Rundfunkübertragung möglich, wenn zunächst nur mittels Radio. 1924 sind es circa 500 000 Deutsche, die sich bei der Post angemeldet haben und für eine Stunde Radio pro Tag jährlich 350 Milliarden Papiermark bezahlen. Diese immense Summe liegt natürlich der Superinflation zugrunde, die seit 1914 aufgrund der Kriegsfinanzierung das Geld stetig entwertet. In Berlin kostet ein Liter Vollmilch circa 280 Milliarden Mark, ein Kilo Kartoffeln 80 Milliarden Mark, eine Theaterkarte eine Milliarde Mark. Radio kann und will sich nicht jeder leisten. Das Fernsehen erobert unsere Wohnzimmer erst viele Jahre später, in den 30igern. Heute sind es – laut GEZ – tatsächlich beinah 90 Prozent aller Deutschen, die ihre Rundfunkgebühr brav zahlen. Komisch. Hört man doch immer wieder von den vielen schwarzen Schafen?
2013 wird sich wohl für die meisten Rundfunkgebühren-Zahler nicht besonders viel ändern. Es sind Betriebe und Unternehmen, die an der neuen Einführung zu knabbern haben. Die GEZ verschickt bereits fleißig ihre Fragebögen und schon sehen die ersten Unternehmer erheblichen Mehrkosten auf sich zurollen. Denn: Die Höhe des Beitrags richtet sich künftig nach der Zahl der Betriebsstätten, der Beschäftigten und der Firmenfahrzeuge. Es geht also mit Nichten überhaupt nicht mehr um die Geräte, die das Ergebnis des Grundversorgungsauftrages der Öffentlich-Rechtlichen an uns übermitteln. Radio, Fernseher und Computer sind nur Geräte. Ein Stück Technik. Es geht darum, dass alle bezahlen. Oder? Ein simples Rechenbeispiel der Süddeutschen Zeitung zeigt auf, was das in Zukunft bereits im Kleinen bedeuten kann. Gehören zu einem Betrieb zwei Autoradios, werden derzeit 35,94 EURO pro Quartal geleistet. In Zukunft zahlt jener Betrieb einen Pauschalbetrag für die Betriebsstätte und die Mitarbeiter von 125,85 EURO. Mit oder ohne Radios. Wie sieht das wohl für Großunternehmen aus?
Solche Rechenbeispiele tragen natürlich nicht unbedingt für die gewünschte Verbesserung des Images der GEZ oder der Rundfunkgebühr bei. Dabei soll doch alles einfacher und fairer werden? Für wen eigentlich? Na für Sie! Und Sie! Wenn Sie wollen, für uns alle! Auf jeden Fall für die Öffentlich-Rechtlichen. Endlich eine Gebühr mit gutem Gewissen. Ohne Gerüchte und Mythen. Was haben wir da nicht alles zu hören und zu sehen bekommen! Peilwagen, die TV-Geräte von Schwarzsehern orten. Adressankäufe von Adresshändlern. Gebührenfahnder mit fiesen Tricks. Drohungen – in Briefform oder Werbeform, wie dieser:
Sie lachen darüber? Ja, wir auch! Doch wenn wir an Januar und unserer unumstößlichen Pflicht von 17,98 EURO denken, vergeht uns das Lachen. Seit dem Beschluss des neuen Rundfunkbeitrags- staatsvertrages, welcher am 16. Dezember 2011 abschließend ratifiziert wurde, stöhnen wir alle gleichsam laut auf. Verstößt er nicht an vielen Stellen gegen unser Grundgesetz? Was wird aus unserem Recht, frei zu entscheiden? Mitzuentscheiden? Wieviele Gebühren muss ein Deutscher im Durchschnitt erdulden? Wann kommt die nächste Inflation und verwandelt Unterhaltung aus Radio und TV erneut in eine Luxus-Dienstleistung? Und was sagt die Presse dazu? Jede Menge. Wie immer. Seit einiger Zeit flattern die kritischen Artikel nur so durch die Gazetten. Während diese laut posaunen und Gegenstimmung machen, äußern die Initiatoren und Verfechter des neuen Beitrages Kritik an jener Berichterstattung. Ausgerechnet die bedrohten Printmedien äußern sich so zweifelhaft kritisch. Der Verdacht einer nahezu idealen Chance auf eine Kampagne gegen das Fernsehen steht im Raum. Das Fernsehen, dass allen Printmedien seit Jahren ein Dorn im Auge ist. Diese Meinung ist den Beitragsbefürwortern nicht objektiv genug. Unsere zählt nicht. GEZ NOCH? Nach Meinung der Politik und der öffentlich-rechtlichen Sender ist der neue Rundfunkbeitrag nötig, einfach und viel fairer verteilt. Wir sagen: Machen Sie sich am besten selbst ein Bild! Hören Sie auf niemanden als auf sich selbst! Das A und O sind Informationen! Nehmen Sie nicht einfach die Änderung hin! Wir dürfen nicht bei dem Unterhaltungsprogramm unserer Fernsehsender mitreden, warum dann nicht die Preisgestaltung des Rundfunkbeitrages mitbestimmen?
Wir empfehlen eine Seite, auf der sich das Empören über die Vertragsdetails Luft macht,
„Machst du auch mal was langsam?“ „Wie meinst du das?“ „Ich höre in beinah jedem Satz von dir ‚SCHNELL‘. Ich flitze mal schnell zum Bäcker. Ich spül’ schnell das Geschirr. Ich schreib das noch schnell zu Ende. Also. Machst du auch mal was langsam?“
Diese Frage hat mich aus der Bahn geworfen. Machte ich denn irgendwas langsam? Auf die Schnelle habe ich nichts gefunden. Das hat mir Angst gemacht. Ich habe mich beobachtet. Bereits am Morgen stand ich schnell auf, jagte förmlich aus dem Bett. Ich schüttete Tee in den Schlund meines Halses, so als wäre ich monatelang durch Wüsten gewandert. Ich raste durch die Straßen, als ginge ich auf heißen Kohlen. Ich las, redete, wünschte, atmete und dachte in Blitzgeschwindigkeit. Das Fazit: Die Hälfte ging an mir vorbei ohne haften zu bleiben. Nur das Wichtige klebte an mir. Das Notwendige, Unausweichliche, Bedingte. Ich zog die Notbremse und blieb erst einmal stehen. Stumm. In mich lauschend. Das fühlte sich gut an. Stehenbleiben auf Dauer kam trotzdem nicht in Frage. Langsam, nicht schnell, versuchte ich meinen eigenen Rhythmus zu finden. Das war und ist nicht leicht. Ganz und gar nicht. So schnell will er sich nämlich nicht finden lassen. Der Rhythmus meiner Zeit. Außerdem kam nun noch ein ganz anderes Problem auf mich zu. Wenn du dich langsam, bewusst und allumfassend durch den Alltag kämpfst, bewegt sich alles andere und bewegen sich alle anderen in Atem stockender Lichtgeschwindigkeit UND DAS NERVT! Die meisten von uns, du.. du.. Sie.. Ihr.. wir.. sind zeitarm. Beweise?
Ich sitze auf meinem alten Drahtesel und radel im Fluß des Straßenverkehrs zu meinem nächsten Termin. An der Ampel bleibe ich stehen, stelle aber fest, dass alle weiterfahren. Sie düsen an mir mit einer Selbstverständlichkeit vorbei, dass mich das Gefühl ereilt, das rote Ampelmännchen mir gegenüber sprühe vor Wut Feuerfunken. Nur wenige Sekunden später starte auch ich los. Es ist grün. Auf meiner Weiterfahrt überhole ich den einen oder anderen Rotfahrer und frage mich, was sie gewonnen haben. Zeit? Vielleicht in ihrem Universum. Da will ICH nie wieder sein.
Als ich mich mit einem heißen Kaffeebecher auf den Weg zu einer Freundin mache, möchte ich am liebsten das Handy in das nächste Gully-Loch fallen lassen. Sie übertönt meine erklärenden Worte mit einem gehetzten, bejahenden aber nicht zuhörenden, dafür antreibenden Aha.. aha.. aha.. ahaaa. Ich sehe sie in Gedanken vor mir. Sie steht in der Küche und starrt auf die große Uhr über dem Herd. Der Sekundenzeiger dreht sich unaufhörlich. Zappelt und zuckt.
Trotz ihrer Ungeduld, halte ich durch und komme zum Ende meiner Erklärung. „Hast du verstanden, was ich dir vorschlage?“ Nicht mal ich bin mir noch sicher, was ich da eigentlich erzählt habe. „Jaja. Komm einfach erstmal zu mir.“ JA JA. Da wo ich groß geworden bin, sagt man gleich „Leck mich am Ar…!“ Ich weiß. Sie meint es nicht so. Auch sie ist zeitarm. Zwischen ihren Fingern verrinnen die Stunden, Minuten und Sekunden des Tages förmlich in nur einem Augenblick, wie der Seifenschaum, der beim Händewaschen durch das klare Wasser weggespült wird. Es scheint so, als habe die Welt eine neue Krankheit, die noch unentdeckt ist. Wir sind von einem Virus infiziert worden, dass unsere Zeit angreift und scheinbar vor unseren Augen zersetzt. Es ist nicht tödlich. Aber schädlich. Die Dimensionen sind erschreckend. Selbst das Beantworten einer Email wird zum geistigen und körperlichen Supergau. Freunde, Bekannte, Kollegen und Familie schaffen es scheinbar nicht einmal mehr auch nur einen Klick auf eine Webseite zu vollbringen. Dabei dauert das nicht mal eine Sekunde. Noch schlimmer sieht es mit der Zeit aus, um die wir sie bitten. Etwas zu lesen. Sich für etwas zu engagieren. Unterstützung zu leisten. Über etwas nachzudenken. ABGELEHNT!!! Die Zeit ist bereits verbraucht. Benötigt. Verplant. Gespart. Verbucht. Alle haben so zu viel zu tun und das am Besten SCHNELL.
Der Beruf des Komikers ist so alt wie das Lachen. Aber nur weil wir in der Lage sind, einen Witz gut zu erzählen und damit unser Gegenüber zum Lachen bringen, bedeutet das NICHT, dass wir TALENT zum Komiker haben. Dazu gehört etwas mehr. Scharfsinn. Ein Blick für das Bedeutsame. Das Verständnis für unser Gesellschaft, das Gestern, Heute und Morgen. Bereits die Griechen unterschieden zwischen Komisch und Komik. Letzteres wurden von ihnen zur Kunst erklärt. Allerdings galt es eine Bedingung zu erfüllen. Die Komik sollte zum Nachdenken anregen. Ein kritischer Witz – könnte man sagen. Tiefgreifend. Wachrüttelnd. Intelligente Komiker verwandeln sich in unterhaltsame Spiegel unserer Gesellschaft. Das ist und war schon immer so. Zu den Legendärsten unter ihnen zählen vor allem Charlie Chaplin, Stan Laurel & Oliver Hardy, die Marx-Brothers, Karl Valentin, Louis de Funès, Jerry Lewis, Peter Sellers, Bob Hope, Loriot oder Jim Carrey.
Jim Carrey? Das überrascht sie jetzt aber? Ist Ihnen noch nicht aufgefallen, dass dieser Mann ein Multitalent ist? Bevor der in Kanada geborene Allrounder ins Filmgeschäft einstieg, war er ein gefeierter Stant-up-Komödiant. In Amerika hält man ihn sogar für einen würdigen Jerry Lewis-Nachfolger. Bereits in der Schule hatte der quirlige Jim nichts anderes im Kopf als den Klassenclown zu spielen. Kulturgeschichtlich ist der Clown ein absolut stummer Komiker. Seine Gesten und Aktionen bringen die Menschen zum Lachen. Der wortlose Narr tritt im Zirkus auf. Kein Ort für Jim Carrey, dem es schon gar nicht liegt, dauerhaft still zu sein. Im Alter von 15 quatschte er sich bereits durch die Comedy-Clubs Torontos. 1981 zog es in nach Los Angeles. Das feste Engagement im berühmten THE COMEDY STORE verschaffte ihm 1982 eine eigene TV-Show. Mit THE DUCK FACTORY startete also Jim Carrey seine Schauspielkarriere. Drei Jahre und 13 Folgen später engagierte ihn der Fernseh-Regisseur Howard Storm für seinen ersten und einzigen Kinofilm EINMAL BEISSEN BITTE (ONCE BITTEN). In der Horrorkomödie spielt Jim einen noch jungfräulichen Teenager, der seiner Freundin endlich an die Wäsche gehen möchte, dabei aber in die Fänge einer Vamipirin gerät. Die Kritiker waren gnädig aber nicht begeistert. Trotzdem. Jim Carrey stand mit einem Fuß in der Tür zu Hollywood. Inzwischen hat er allen weltweit bewiesen, dass er ein ernstzunehmender Künstler ist, nicht nur Schauspieler oder Komiker. Die vielseitigen Facetten menschlicher Gefühle, Humor und eine gute Gesangsstimme zeichnen den einstigen Klassenclown aus. Seine besondere Kreativität und umfangreiche Fantasie präsentiert auch seine offizielle Homepage.
JIMCARREY.COM Wer das in die Adresszeile seines Internetbrowers eintippt, erlebt eine wahre Explosion der Möglichkeiten. Zunächst aber zeigt sich ein schwarzer Bildschirm. In die Mitte von diesem ist ein Spot gerichtet. Ein Wurm kriecht aus den Tiefen des Onlinekosmos hervor und rollt sich ein. Nichts weiter als ein amüsant gestalteter Ladeprozess für eine aufwendige, flashbasierte Homepage.
Die Startseite selbst ist eine Bilderkollage von Erinnerungen aus Jim Carreys Karriere, untermalt von einer liebgemeint schwermütigen Klaviermelodie. Unsere Blicke und Klicks begleiten extrem tierische Sounds. Wenn die Computermaus über einzelne Protagonisten dieser Startseitenwelt fährt, werden sie nicht einfach nur lebendig. Der staunende User wird zusätzlich noch von einer Soundwelle getroffen. Auch das Anwählen der wenigen Unterseiten ist hollywoodreif inszeniert. Beeindruckend ist aber die Page, die uns Einblicke in Jim Carreys Leben gewährt. Man wird dort von einem übermenschlichen Auge empfangen, welches uns aber nicht direkt anblickt. In dem mit Adern durchzogenen Augenweiß, der sogenannten Sclera, verstecken sich die Informationen, die uns interessieren. Ein Lebenslauf und private Bilder. Das Auge ist auch hier das Fenster zur Seele. Dabei erinnert die Art und Weise der Darstellung – die Angaben offenbaren sich in der Pupille – an ScienceFiction-Szenen, in denen Roboter über ihre Auge eine Fülle an Informationen sehen und speichern können.
JIMCARREY.COM ist eine fantastische Webseite, die Wert auf liebevolle und künstlerische Details legt. Ihre bunten Effekte und Soundwelten sind humorvoll und unterhaltsam. So wie ihr Besitzer, der Komiker & Schauspieler Jim Carrey. Wir erfahren, dass er nicht nur sein Arbeit mit Humor nimmt sondern auch sein Privatleben. Eindrucksvoll demonstriert diese Homepage, das Internet unserer Kreativität vollkommene Freiheit lässt und unserem Bedürfnis nach Ausdruck keine Grenzen setzt. Online laden wir andere dazu ein, mit uns in unsere intimsten Tiefen zu tauchen, mehr von uns zu sehen und zu erfahren. Eine Hompage speichert diese persönlichen Informationen und ist somit eine Art virtuelle DNA: Ein Abbild unseres Sein und Schaffen in Bits und Bytes.
2004 begann eine Revolution Im Internet. Den bisherigen Herrschern über die Welt der sozialen Netzwerke drohte der Verlust ihres gemeinschaftlichen Thrones. Ein moderner Ritter in schimmernd blauer Rüstung fegte die alten Könige aus dem Sattel. Vorreiter wie CLASSMATES.COM, MYSPACE oder ORKUT zogen sich zurück und überließen fortan FACEBOOK die Führung über das Reich der Sozialen Netzwerke.
Ein ganzer Planet hat einen gemeinsamen Freund: FACEBOOK
Darüber reden alle.
Aktuell interessieren sich die Kritiker für die schwächelnden Aktienkurse und die User für die Zwangseinführung der sogenannten Timeline, die am 28. August 2012 wohl für jedermann ein unausweichliches MUST BE sein wird. Weltweit sind 955 Millionen Mitglieder monatlich auf FACEBOOK online. Tendenz weiterhin steigend. Übrigens befinden sich von den 955 Millionen Menschen satte 81% außerhalb der USA und Kanada. 3976 Angestellte sind für den Weltkonzern im Moment tätig. Der Hauptsitz ist nach wie vor in Kalifornien. Allerdings liest sich das Register der Zweit-Büros wie ein Routenplan für eine Weltreise: Atlanta, Chicago, Dallas, Los Angeles, Miami, New York, Washington, Amsterdam, Sidney, Brussels, Dublin, Hamburg, Hong Kong, London, Madrid, Paris, Sao Paulo und viele, viele mehr. FACEBOOK verbindet Kontinente, Länder, Städte, Firmen, Privatleute, Künstler und Fans. Sie alle wollen miteinander quatschen, chatten, posten – am Leben der anderen teilhaben, Geschäfte und Werbung machen, Aufmerksamkeit erwecken und manchmal ihr Intimstes bloßstellen. Verlockend sind Posting-Beiträge, die unser langweiliges Leben brachial aufdecken.
Harmlos?
Ja.
Es gibt Schlimmeres.
Egal. Darum geht es heute nicht.
Es geht darum, dass wir auf FACEBOOK machen und sein können, was und wer wir wollen. Denn FACEBOOK hat eine Vision: Make the world more open and connected!
Ein Schlachtruf für eine moderne Netzwerkgemeinschaft.
Ein vielsilbiges Synonym für unser virtuelles Kommunikationsbedürfnis.
Und FACEBOOK ist unsere Lieblingsdroge.
Was aber bedeutet dieser Name und warum macht dieses simple Konzept einen Großteil aller modernen Menschen süchtig?
EIN BUCH VOLLER GESICHTER
Der Name FACEBOOK ist aus zwei unkomplizierten, englischen Wörtern zusammengesetzt.
FACE and BOOK.
GESICHT und BUCH.
Auch wenn diese beiden Vokabeln das Konzept von FACEBOOK perfekt umschreiben, fragen wir uns doch, wie der Name entstanden ist. Woher kommt dieser Zusammenschluss zweier Vorschulbegriffe?
Als Vorlage oder Ideengeber dienten dem Gründer Mark Zuckerberg die berühmten Jahrgangsbücher amerikanischer Universitäten. Alle neu ankommenden Studenten einer Hochschule erhalten ein gebundenes Exemplar, in welchem ihre Mitstreiter mit Foto und Namen aufgelistet sind. Die Amerikaner nennen diese Jahrgangsbücher FACEBOOKs. Eine alte Tradition, die vielleicht Mark Zuckerberg als frisch gebackener Student an seinem ersten Tag an der inzwischen über 375 Jahre alten Eliteuniversität HARVARD bewegt hat. Bis 2006 studierte er dort Informatik und Psychologie, gab sein Studium aber aufgrund des rasanten Erfolges von FACEBOOK ohne Abschluss auf.
Der als Nerd verschriene Mark Zuckerberg war bekannt für seine Programmierungskenntnisse. Ein Segen und Fluch zugleich, denn für den unscheinbaren Außenseiter waren diese nicht all zu selten eine Rückzugsmöglichkeit. Der junge Zuckerberg wollte dazu gehören, in eine Studentenverbindung eintreten, Teil des Campuslebens sein. Doch irgendwie wollte das alles nicht so richtig klappen. Erst durch sein außerordentliches Geschick für unterhaltsames Internet-Entertainment erregte er die Aufmerksamkeit seiner Mitstudenten.
DERFACEBOOK-URKNALL
Langeweile führt hin und wieder zur Rebellion. 2003 ist Mark Zuckerberg 20 Jahre und hat das Teenager-Sein erst kürzlich hinter sich gelassen. In diesem Alter dreht sich alles um Mädchen, Anerkennung und Erfolge. Vor allem persönliche Gefühle leiten unser Urteilsvermögen. Aus Trotz und falschem Stolz bastelt Mark Zuckerberg zum Beispiel in nur wenigen Stunden einer Nacht eine fiese Version eines Online-Jahrgangbuches. Er nennt es FACEMASH. Per Zufallsgenerator werden jeweils zwei Frauen-Fotos eingeblendet und die Studenten können die Attraktivität ihrer weiblichen Kommilitoninnen beurteilen. Allerdings ist das Bewertungssystem sehr fragwürdig und nicht zuletzt frauenverachtend. Trotzdem schläg es ein wie eine Bombe. In dieser einen Nacht führt das große Interesse an der Seite zu Problemen des Harvard-Netzes. Unverzüglich eliminiert die Universität die Seite. Ihr Erschaffer Mark Zuckerberg muss sich wegen Copyright-Verstößen rechtfertigen. Die Fotos hatte er – irgendwie logisch – natürlich ohne die Zustimmung der Frauen online gestellt. Aber welche der Damen hätte sich tatsächlich dazu bereit erklärt?
Dieser Erfolg blieb nicht unentdeckt. Die Winklevoss-Zwillinge sprachen den FACEMASH-Erfinder auf seine genialen Fähigkeiten an. Der Erfolg der Seite hat sie beeindruckt und sie glaubten in Zuckerberg den Richtigen für ihr eigenes Online-Projekt gefunden zu haben. Die als durch und durch Gentlemen bekannten Winklevoss-Brüder planten ein soziales Netzwerk namens ConnectU. Mark Zuckerberg sollte ihnen die Webseite programmieren. Allerdings sagte dem Internet-Nerd die Idee hinter dem Konzept nicht zu. ConnectU verstand sich als eine versteckte Datingseite. Das gefiel dem idealistischen Zuckerberg gar nicht. Er hielt die beiden irgendwie hin und entwarf sein eigenes Online-Netzwerk, dass einem Online-Jahrgangsbuch ähnelte. 2004 gründete er mit seinen Freunden Eduardo Saverin, Dustin Moskovitz und Chris Hughes eine neue Online-Welt für Studenten: THEFACEBOOK.COM.
ALLER ANFANG IST LEICHT
Tag 1: 600 User
Mark Zuckerberg und seine Freunde konnten kaum glauben, wie schnell sich ihre Seite unter den Studenten herum sprach.
Das erste Layout war bereits damals in dem markanten Blau, welches heute zum Facebook-Markenzeichen gehört. Angeblich hat Mark Zuckerberg eine Rot-Grün-Sehschwäche. In der Symbolik verkörpert die Farbe Blau das Göttliche und steht für Treue. Das passt zu dem FACEBOOK-Gründer, der trotz diverser Zwischenfälle irgendwie immer er selbst bleibt. Auch wenn sich Layout und Funktionen der Seite stetig weiterentwickeln, die Philosophie und der Mensch dahinter sind unveränderlich. Nichts kann sein Engagement für sein Lebenswerk bremsen. Nicht einmal eine Klage der Winklevoss-Zwillinge und auch nicht die seines besten und einzigen Freundes und Mitbegründer Eduardo Saverin.
SCHRECKEN MIT ENDE
Nachdem sie vergebens auf Antwort und Arbeitsbereitschaft seitens Mark Zuckerberg gewartet hatten, verklagten die Winklevoss-Zwillinge nach Auftauchen FACEBOOKs seinen Gründer Mark Zuckerberg auf eine Entschädigung im Wert von 140 Millionen Dollar. Der Rechtsstreit sollte bis 2011 dauern. Im Jahr 2008 aber überraschten die Brüder die Öffentlichkeit mit ihrem Wunsch auf einen Vergleich. Sie kassierten 65 Millionen Dollar. 20 Millionen davon wurden in bar ausgezahlt, der Rest in Aktien. Später hieß es jedoch plötzlich, sie wollten den Vergleich rückgängig machen, weil Facebook den wahren Unternehmenswert verschwiegen hätte. Der zuständige Richter urteilte zugunsten Facebooks.
Ein ganz anderer Fall ist der Prozess, angestrebt vom Mitbegründer Eduardo Saverin. Zu Beginn der Ära FACEBOOK hatte der Student 1000 Dollar Startkapital zur Verfügung gestellt, so dass die Seite überhaupt online gehen konnte. Als Chief Financial Officer (CFO) hatte er die Kontrolle über die Finanzen und wollte im Zuge dieser Werbekunden gewinnen, um Gelder für das kleine Unternehmen zu akquirieren. Seine Bemühungen entsprachen allerdings nicht so ganz Zuckerbergs Vorstellungen. Damals verabscheute er noch Werbekampagnen auf seiner Seite. Als er dann die Dienste des Web-Gurus Jean Parker in Anspruch nahm, wurde THEFACEBOOK.COM zu FACEBOOK und dem in Brasilien geborenen Saverin entglitt die Kontrolle. Er wurde ausgeboten und ins Aus geschoben. 2005 verklagte er kurzerhand seinen besten Freund und das Unternehmen. Nach Einigung unterschrieben beide eine Geheimhaltungsklausel, auf das nie die ganze, sicherlich sehr intime Wahrheit an die Öffentlichkeit gerate. Auf dem Papier steuern die beiden ehemaligen Freunde einen gemeinsamen Kurs an, im Leben gehen sie getrennte Wege.
Mark Zuckerberg, Sohn eher unkreativer Eltern mit jüdischem Stammbaum, ist Atheist. Er glaubt nicht an Gott.
Woran glaubt er überhaupt?
Der Film THE SOCIAL NETWORKS von David Fincher versucht ein persönliches Bild des FACEBOOK-Erfinders zu zeichnen. Auf der Leinenwand begegnet uns ein junger Student mit Komplexen, der sich als Arschloch tarnt, um sich vor emotionalen Verletzungen zu schützen. Gefühle, Ideale oder Pläne sind schlichtweg unsichtbar. Seine Begeisterung brennt für alles rund um die Freiheit im Internet. Sein Lebenswerk FACEBOOK scheint das einzig Greifbare in seinem Leben zu sein. Geld interessiert ihn nicht. Er bleibt bescheiden und trotz Ruhm und Erfolg der gleiche unscheinbare Nerd wie eh und je. Mark Zuckerberg hatte vor der Premiere des Filmes bekannt gegeben, dass er ihn sich nicht ansehen wolle. Vielleicht wagt er es dennoch eines Tages und offenbart danach sein wahres Ich. Denn der Film ist ein lahmes Portrait von einem Mythos names FACEBOOK und sein Erschaffer mehr als diese oberflächige Hülle mit einem großen Namen. Vielleicht offenbart sich Mark Zuckerberg als ganz normaler Mensch mit schlechten Angewohnheiten, Vorlieben und praktischen Ideen. Das wäre doch mal ein echt großes wert!
Der 13. Juni 1983. Die Geburtsstunde eines wahrhaft unvergessenen Helden. Maskuliner Körper, starke Züge, etwas blass, aber ausdrucksstark. Seine Maße: 33 cm groß, 800 g schwer Sein Name: DYNATAC 8000 Sein Ziel: Mobile Kommunikation
Aus den unergründlichen Weiten des Motorola-Konzerns ist diese Technik-Revolution in Gestalt eines mobilen Telefons gekommen. DYNATAC 8000 – das erste kommerzielle Handy. Mit einer Akkulaufleistung von nicht mal ganz 30 Minuten läutete der auffällige Telefonbatzen ein neues Zeitalter der Kommunikation ein. Als DYNATAC das Licht der Welt seiner Konsumenten erblickte, ahnte er noch nicht, dass er von da an ihr ständiger Begleiter sein würde. Über Jahrzehnte bedeutete das für ihn ein hohes Maß an Wandlungsfähigkeit. Die Menschen sind einzigartig und in ihren Eigenschaften und Bedürfnissen entsprechend universell. Kurz gesagt: Jeder will was anderes. So war vorherzusehen, dass DYNATAC nicht lange allein bleiben würde. Schnell tauchte eine Vielzahl Seinesgleichen auf. Im Sturm eroberten sie unsere Hände. Aktuellen Schätzungen zufolge existieren ca. drei Milliarden Handys im Einklang mit uns Menschen. Sie haben sich in unsere besten Freunde verwandelt, sind nicht allzu selten unentbehrlich. Ohne sie haben wir das Gefühl, nur ein halber Mensch zu sein. Vergessen zu werden. Unerreichbar zu sein. Ohne sie – sind wir nicht mehr Teil dieser nie enden wollenden Kommunikation auf unserem Planeten. Schuld sind die Macher. Die Erschaffer, Bauer, Schöpfer der Handys. In einem klugen Schachzug verpassten sie ihnen über all die Jahre ein immer verführerisches Aussehen, meißelten ihre Körper regelrecht in unsere Hände – elegant und geschmeidig, statten sie mit neusten Technologien aus und tarnten sie mit einem neuen Namen. SMARTPHONES. Das ist die neue Handy-Generation. Ja, smart sind sie. Warum? Sie haben eine der wohl kühnsten Waffen. Die APP. Applikation. Die Anwendung. Ok. Ja. Es stimmt. Wir waren vorher bereits dem Kalender, Taschenrechner und der Vielzahl an Spielen unserer mobilen Freunde verfallen. Doch die APP ist anders! Jetzt kann uns nichts mehr retten. Der totale Verlust jeglicher Widerstandskraft droht, denn zu hypnotisch sind die Möglichkeiten der Unterhaltungskunst dieser APP’s. Sie können, was Bücher, Zeitungen, Musiken oder Filme nur unter kreativster und anspruchsvollster Anstrengung geschafft haben: Auslöschen des uns verhassten Feindes: Die Langweile. Online, mit nur wenigen Klicks dringen tausende APP’s als verspielte Software, coole Programme und Hightech-Gadgets auf unser Smartphones. Sie fesseln unsere Finger und unseren Verstand Stunde um Stunde an diese dünnen Kunststoffkörper, die irgendwann mal nur telefonieren konnten. Aus dem ehemals schwarzgrauen Telefonknüppel ist eine handliche Computerintelligenz geworden. Papierdünne Unterhaltungs-Hightech – Fluch oder Segen? Eine APP soll unser Leben erleichtern, wenn wir unterwegs sind. Draußen in der Welt, die so groß und unübersichtlich ist. Wo will ich hin? Finde ich den Weg? Wann fährt der nächste Zug, der nächste Bus? Was kostet ein Pfund Butter? Was ist ein Pfund? Habe ich neue Emails? Wieso aktualisiert das Ding nicht? Wie wird das Wetter und was steht in der Zeitung? Was wiege ich? Wie viele Schritte bin ich gegangen? Und warum kann mein Smartphone eigentlich immer noch nicht beamen? Fragen. Die APP hat Antworten. Ihre Auswahl ist unergründlich. Unendlich. Verrückt. TEEN TORTURE feuert einen schrillen Ton ab, der Teenager in Mark und Bein fährt. Der ideale Rohrstock für Lehrer? BLOWER brüllt durch den Smartphone-Lautsprecher ein Laubsauger-Geräusch. Die ideale Abkühlung gegen die globale Erwärmung? YES/NO lässt auf dem Bildschirm Yes oder No erscheinen. Die beste Entscheidungshilfe für unsere Politiker? Wer braucht so was? Wer will so was? WIR! Leider. Wir wollen und brauchen. Immer. Die meisten zumindest. Ja, es gibt diese Art einer APP, die hilfreich ist, unseren Alltag erleichtert, uns Ärger, Unwissenheit und Nöte abnimmt. Aber sind wir früher nicht auch ohne die APP zurecht gekommen? Was ist so unmöglich, so unvorstellbar daran, einen MENSCHEN um Hilfe, Gesellschaft oder Unterhaltung zu bitten?
Blaue luftige Seidentücher flattern über Zuschauerränge und hüllen ein ganzes Stadion in Aufregung. Englands Hauptstadt hält den Atem an, denn Britanniens Vorzeige-Regisseur Danny Boyle höchstpersönlich hat die Olympischen Sommerspiele 2012 inszeniert. Ein poetischer Bildercountdown läutet den wohl größten und emotionalsten Sportwettkampf der Welt ein. Richtig englische Momente rauschen am Zuschauer vorbei: Wahrzeichen, Sehenswürdigkeiten und landestypische Eigentümlichkeiten. Englische Nostalgie. Danny Boyle, der international für Filme wie TRAINSPOTTING und SLUMDOG MILLIONAIR bekannt ist, hat sich für seine Olympia-Show die beste Verstärkung der Welt geholt: 15 000 Freiwillige. Keiner darunter ist Schauspieler oder Tänzer. Sie verbindet nur eins: Die Faszination Olympia. Vergangene Freitagnacht war es endlich soweit. Im Londoner Olympiastadion zeigte sich England von seiner magischsten und faszinierendsten Seite. Unter dem Motto „THIS IS A LAND FULL OF NOISE“ erzählte Danny Boyle die Geschichte einer Insel, hoch oben im Norden, die einstmals hauptsächlich als ländliche Idylle hervorstach. Dann katapultierte eine industrielle Revolution England in ein neues Zeitalter. Auf den Gebieten Wirtschaft, Industrie, Wissenschaft und Forschung setzten sie fortan neue Maßstäbe. Stolz sind die Briten auf ihre Errungenschaften wie die Erfindung des Internets, ihre Popkultur und natürlich die fantasievolle Kinderliteratur. Und keiner hätte es fantastischer darstellen können als der britische Geschichtenerzähler Danny Boyle. Und keiner wollte das verpassen. Nicht mal die Königin der Insel. Ihr bester Mann, James Bond alias Daniel Craig höchstpersönlich, holte die alte Dame im Palast via Helikopter ab. Alles Fantasie? Ja. Ein Film. Ein wirklich witziger Film. Die Queen beweist in ihrem 60. Regentschaftsjahr so echten englischen Humor. Im Stadion war sie aber tatsächlich. Die gesamte königliche Familie wollte sich diesen Abend auf keinen Fall entgehen lassen. Ein Highlight der Show war die poetische Präsentation der Olympischen Ringe. In der dargestellten Phase der Industriellen Revolution der Show wurden sie aus glühendem Metall geschmiedet. Ein leidenschaftliches Funken und Glühen schob sie in den Himmel, weit über die Köpfe der Zuschauer. Dort verkündeten sie ihr Verschlungensein. Übrigens!
Die Farben der Ringe symbolisieren nicht ausschließlich unsere Kontinente. Die fünf Farben vereinen alle Länder dieser Welt, denn sie erstrahlen in jene Farben, die in allen Nationalflaggen vorkommen. 204 Nationen nehmen an den diesjährigen Sommerspielen statt. Das ist Rekord. Er Einzug der Sportler wurde selbst von den Staatsoberhäuptern mit Freude und großem Respekt beklatscht. Gegen Ende der Eröffnungsfeier warteten Veranstalter, Sportler und Zuschauer nur noch auf eins: das Olympische Feuer. In Form einer riesigen Blüte wurde es entfacht. In diesem Jahr wurde diese Ehre keinem bekannten, erfolgreichen Sportler zu teil. Staunen legte sich erneut auf die Gesichter im Stadion, als das heilige Feuer an sieben unbekannte Teenager überreicht wurde. Nachwuchssportler, die ihre Karrieren, Erfolge und Medaillen noch vor sich haben. Und ausgerechnet sie durften gemeinsam die Flamme der Spiele anfachen. Ihre züngelnden Lichter breiteten sich zunächst über 204 blecherne Blütenblätter aus, die zuvor von jeder Nation herein getragen wurden. Ihre metallenen Stiele bogen sich weit in die Lüfte, wuchsen zu einem Feuerknoten und der Olympische Sommer flammte auf.
S E O – Über diese drei Buchstaben sind Sie mit Sicherheit gestolpert, wenn Sie sich oder Ihr Unternehmen im Internet präsentieren. SEO ist die Abkürzung für Search Engine Optimization oder hierzulande bekannt unter Suchmaschinen-Optimierung. Was aber bedeutet das eigentlich? In einem Satz zusammengefasst: Es geht um gezielte Aktionen, die Ihre Webseite in den Suchmaschinen-Hitlisten möglichst weit oben platzieren. Kurz gesagt, es geht um Marketing. Das oberste Ziel von SEO ist es, dass Sie möglichst viele Leser erreichen.
Auf der Suche nach Wissen begeben wir uns als moderne Menschen in die weltweit größte Bibliothek, die uns zur Verfügung steht: das INTERNET. Seine unendlichen Archive betreten wir mit Hilfe geschickter Türhüter, sogenannten Suchmaschinen. Sie allein stillen unseren Durst nach Wissen mit nur einem Klick und bieten uns in kürzester Zeit eine übergroße Anzahl von Vorschlägen, die auf unzähligen Seiten gelistet werden. Suchergebnisse. Treffer. Sites. Pages. Resultate. Sie fragen sich, was hat das alles mit SEO zu tun? Nehmen wir ein Beispiel. Ein junger Schauspieler sucht einen erfahrenen Coach zur Vorbereitung auf eine Rolle an einem Münchner Theater. Der junge Mann hat gerade sein erstes Engagement und bedarf der Erfahrungen eines alten Hasen, um Ruhe und Sicherheit in sein Spiel zu bringen. Da er neu in der Stadt ist, betritt er die weite Welt des Internets und tippt bei Google in das kleine Suchfeld sein Anliegen ein: Schauspiel Coach München Google liefert 1 530 000 Treffer in nur 0,19 Sekunden. Bereits auf der ersten Seite wird der junge Schauspieler fündig. Die Webseite sieht professionell aus und er trifft seine Wahl. Später werden ihm die Preise und der Coach unsympathisch sein. Pech! Das hat auch die erfahrene Münchnerin Ute Bronder, die bekannt dafür ist, ein gutes Händchen für junge Schauspieler zu haben. Auf sie wäre unser Jungtalent gestoßen, hätte er laaaange in den Suchergebnissen geblättert. Aber mal ehrlich! Wer von uns klickt auf dreistellige oder gar sechsstellige Seiten? Keiner. Wir treffen unsere Auswahl auf den ersten drei oder vielleicht ersten zehn Seiten. Wer ganz oben ist, muss doch auch gut sein, oder? Genau darum geht es bei SEO. Oben zu sein. Vorn zu sein. An erster Stelle zu stehen. Denn die Anordnung der Treffer für eine Suchanfrage ist kein Zufall sondern eine gezielte Auswahl der Suchmaschinen.
Zu den beliebtesten Suchagenten im Internet gehören Google, Yahoo, BING oder MSN Live Search. Sie tauchten Mitte der 90iger auf. Eine der ersten war unter anderem LYCOS. Erinnern Sie sich noch an das tierische Logo? Der schwarze Labrador war und ist jedem ein Begriff. Heute ist es der bunte Schriftzug von GOOGLE. Diese und andere Suchmaschinen sind eigentlich nichts weiter als Programme, die Webseiten aufgrund bestimmter Eigenschaften auflisten. Eigenschaften wieCONTENT,PAGE-RANKSoderMETA-TAGS. Begriffe, die in Ihren Ohren ein Klingeln auslösen aber kein Verständnis? Fachbegriffe, die nur Internetfreaks verstehen können und wollen? Nein. Mit Sicherheit nicht. Jemand muss sich nur die Mühe machen und sie ohne labyrinthische Abschweifungen ins Fachchinesisch erklären.
CONTENTist schlicht und ergreifend die englische Bezeichnung für das Wichtigste Ihrer Webseite: der Inhalt. 2011 präsentierte die Computerzeitung WEBSTANDARDS auf dem Titelblatt folgenden Ausruf: CONTENT IS KING. Dieses Motto gilt eben auch für das Internet. Inhaltlich besteht Ihre Webseite aus Seiten, gefüllt mit Texten, Bildern, Videos, Musiken, Artikeln oder Blogbeiträgen. Sie sollten sich vergewissern, dass die Texte der Wahrheit entsprechen, keine Urheberrechte verletzt werden oder Sie gegen gesellschaftliche Regeln und Normen verstoßen. Als Besitzer und Urheber Ihrer Webseite sind allein Sie für den Inhalt verantwortlich. Dazu gehört auch ein MENÜ. Es stellt Ihren Seitenaufbau dar und sollte klar und einfach strukturiert sein. Wenn Sie Ihre einzelnen Seiten miteinander verknüpfen, sollten Sie darauf achten, dass die Links stimmen und der Besucher auf der Seite landet, die von Ihnen angedacht war. Sollte dies nicht der Fall sein, ist das für Suchagenten ein gefundenes Fressen und Grund genug Ihre Seite zu liquidieren, sprich, sie aus Ihrem persönlichem Archiv auszusperren.
Neben Bildern, Grafiken und anderen Unterhaltungsmedien sind vor allem Texte für die Suchagenten der Online-Bibliothek interessant. Je umfangreicher, je themenspezifisch sie sind, desto größer die Kombinationsmöglichkeiten für Suchmaschinen. In der SEO spricht man oft von der KEYWORD-DICHTE. Um die Häufigkeit der Listung Ihrer Seite zu steigern, können Sie z.B. die Anzahl der in dem Text Ihrer Webseite enthaltenen Schlüsselwörter erhöhen. Aber Vorsicht! Mittlerweile sind die Suchagenten auf Manipulationen in Texten programmiert. Achten Sie lieber darauf, dass Ihre Beiträge informativ und originell bleiben und dem Leser die Informationen bieten, die er verdient zu finden. Zu guter Letzt ist eine Seite immer attraktiv für Besucher wie auch für Suchagenten, wenn sie jederzeit aktuell ist. Das von Gestern will heute keiner mehr lesen. Achten Sie also immer darauf, dass Ihre Inhalte brisant und zeitgemäß sind. Erfahrungsgemäß werden vor allem Seiten, die lange Bestand haben und gut gepflegt werden, besser von den Suchagenten bewertet also neue Seiten.
Kommen wir zu einem ganz anderen Thema. PAGE-RANKist ein auf den ersten Blick geheimnisvoller Fachbegriff. Er stammt von seinem Erfinder Larry Page. Dieser hatte in den 90igern mit Sergey Brin GOOGLE entwickelt. Der Page-Rank stellt die Gewichtung einer Seite dar, d. h. er beschreibt ihre Wertigkeit aufgrund der Zahl und der Qualität der eingehenden Links. Allerdings spielen bei dieser Bewertung auch Inhalte, Menüstrukturen, Aktualität und Alter der Seite als auch Domainname und ausgehende Links eine Rolle. Natürlich gibt es noch jede Menge anderer Kriterien, die für das Page-Ranking wichtig sind, aber die wollen wir unter den Tisch fallen lassen, da ihre Aufzählung und Erklärung Seiten um Seiten füllen würde. Sollten Sie dennoch ein Interesse haben, weil Sie eine SEO für Ihre Seite planen, wenden Sie sich an die SLMS. Hier werden Sie über alle verständlichen und unverständlichen Möglichkeiten aufgeklärt.
Hier widmen wir uns an dieser Stelle zunächst einmal Ihrem DOMAINNAMEN, der für Sie eine enorme Bedeutung haben wird. Er setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen: Dem von Ihnen gewählten Namen und einer allgemeinen oder länderspezifischen Endung wie „.de“, „.com“ oder „.net“. Letzteres wird von Ihrem Webhoster als Top Level Domain (TLD) bezeichnet. Ihrem Domainname plus Endung wird eine sogenannte IP-Adresse zugewiesen, die es eigentlich erst ermöglicht, dass Ihre Webseite von einem anderen Computer angewählt werden kann. IP steht für Internet Protocol. Sie können sich diese Zahlenreihe einfach wie Ihre persönliche Postadresse im World Wide Web vorstellen. Bei der Namensfindung Ihrer Webseite sollten Sie neben den unternehmerischen Zielen auch darauf achten, dass der Name nicht mehr als 63 Zeichen hat. Zu lange Domains werden in der Regel von Suchmaschinen abgewertet. Also nicht zu kurz, nicht zu lang und nicht zu kompliziert. Ihre Webseite soll dem User schnell und leicht im Gedächtnis hängen bleiben.
Allein ein perfekt seo-optimierter Webseitenname als Dach Ihrer Seite katapultiert Sie aber noch lange nicht auf Platz 1. Dazu müssen Sie noch einige andere Elemente der Seitenarchitektur beachten. Zum Beispiel META-TAGS. Im Altgriechischen bedeutet die Silbe META „danach, hinter oder jenseits“. So offenbart sich ihr Geheimnis. Tatsächlich sind Meta Tags schlicht weg Informationen, die der Besucher Ihrer Webseite nicht sehen kann. Sie sind im Hintergrund versteckt, dem Quelltext. Dieser wiederum ist das in Worte und Befehle gemeißelte Gerüst Ihrer Webseite. Seine Sprache: HTML – Hypertext Markup Language. Als Baustein des HTML-Codes stellen Meta-Tags Informationen über Daten Ihrer Webseite dar. Dies können Schlüsselwörter (Keyword Meta-Tag), eine Beschreibung der Seite (Description Meta-Tag) oder Informationen zur Sprache und zum Autor sein. Und genau diese Informationen sollen an Suchmaschinen weitergegeben werden und ihnen zum Katalogisieren und Einordnen Ihrer Seite helfen. Man könnte sagen, dass Meta-Tags eine Art Geheim-Code bilden, den Suchmaschinen nutzen, um auf Ihre Seite hinzuweisen.
Grundlegend beeinflussen all diese aufgeführten Elemente den Erfolg einer Webseite. Neben Webstandards und der Benutzerfreundlichkeit (Usability) einer Seite sollten Sie aber auch nicht die Performance und das Design außer Acht lassen. Die Anpreisung Ihrer Inhalte und deren Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt. Diverse jährliche Preisverleihungen entzünden eine wahre Schöpfungswut im Internet. Jedes Jahr tauchen immer mehr technisch einfallsreiche Seiten auf, die mit frischen Designs und technischen Experimenten um einen Top-Platz in den Trefferlisten der Suchagenten kämpfen. Aber über Farben, Bilder, Galerien, Flash-Animationen, Videos, Schriftarten und modernen Grafiken vergessen Sie nicht den Nutzen, den Ihre Seite haben soll und Ihre Zielgruppe, die sie erreichen wollen. Eine hübsch anzusehende Seite ist gut, eine informativ und reichlich Gefüllte besser.
Eine von 2009 bis 2010 durchgeführte Studie in Amerika ergab ein neues Konzept für das Erstellen erfolgreicher Seiten: CONTENT STRATEGY. Um die Suchagenten anzulocken und erfolgreich für Ihre Seite zu interessieren, gilt es also strategisch mit Informationen bzw. Inhalten umzugehen, sie clever zu platzieren. Verführen Sie also Ihren Besucher mit allen Mitteln, so dass er länger auf Ihrer Webseite bleibt. Die NEW YORK TIMES macht das ganz simple. Wenn Sie dort einen Artikel lesen und sich dem Ende der Zeilen nähern, poppt rechts unten ein kleines Fenster mit verwandten Artikeln auf und verlockt den Leser weiter in den spannenden Stories der Times zu stöbern. Die 1851 gegründete amerikanische Tageszeitung des Big Apples weiß eben ganz genau:CONTENT IS KING!